»Russland hat Putin zerstört«

SPIEGEL-Gespräch Andrej Kontschalowski ist ein großer russischer Regisseur, ein Deuter der Mentalität seiner Landsleute – auch den deutschen Hang zu politischer Korrektheit kann er erklären.

Fil­me­ma­cher Kont­scha­low­ski: »Auch Ro­sen züch­ten«

Die Pro­duk­ti­ons­fir­ma von Kont­scha­low­ski be­fin­det sich im frü­he­ren Kul­tur­haus der so­wje­ti­schen Par­tei­zei­tung »Praw­da« (Die Wahr­heit) – in der Mos­kau­er Uliza Praw­dy, der Stra­ße der Wahr­heit. Ein Zu­fall, aber nicht ohne Iro­nie. Denn Kont­scha­low­ski ist ein Mann, der an kei­ne Wahr­hei­ten glaubt und nichts von po­li­ti­schen Über­zeu­gun­gen hält. Schon zu So­wjet­zei­ten galt er als un­an­ge­passt. Er ist 79 Jah­re alt und stammt aus ei­ner be­rühm­ten Künst­ler­fa­mi­lie. Sein Va­ter, der Schrift­stel­ler Ser­gej Mi­ch­al­kow, schrieb in Sta­lins Auf­trag den Text für die Na­tio­nal­hym­ne, sein Bru­der, der Fil­me­ma­cher Ni­ki­ta Mi­ch­al­kow, ist Os­car­preis­trä­ger. Kont­scha­low­ski, der den Na­men sei­ner Mut­ter trägt, dreh­te in den Acht­zi­ger­jah­ren in Hol­ly­wood und leb­te spä­ter in Ita­li­en und Frank­reich. Er hat rund 30 Fil­me pro­du­ziert, etwa eben­so vie­le Dreh­bü­cher ver­fasst, dazu Opern und Thea­ter­stü­cke in Pa­ris, Mai­land und New York in­sze­niert. Für sei­nen neu­en Film »Pa­ra­dies« er­hielt Kont­scha­low­ski bei den Fest­spie­len in Ve­ne­dig 2016 den Sil­ber­nen Lö­wen, der Film stand auch auf der Short­list der Os­car­kan­di­da­ten für den bes­ten fremd­spra­chi­gen Film. Es ist ein Werk über den Krieg, mit dem Kont­scha­low­ski Dis­kus­sio­nen aus­ge­löst hat – wie meist mit sei­nen Fil­men und sei­nen An­sich­ten über den Zu­stand Russ­lands. Und es ist eine rus­sisch-deut­sche Ko­pro­duk­ti­on, ge­dreht wur­de auch in der Nähe von Nürn­berg. »Pa­ra­dies« läuft am 27. Juli in Deutsch­land an.

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