Per­so­na­lien

Die Lock-Zwiebel

Bo­ta­ni­sche Ra­ri­tä­ten sol­len hel­fen, die First Lady der USA fürs Gärt­nern zu in­ter­es­sie­ren. Am zwei­ten Ju­ni­wo­chen­en­de ist Me­la­nia Trump, 47, ins Wei­ße Haus ein­ge­zo­gen. In dem Ge­mü­se­gar­ten, den ihre Vor­gän­ge­rin an­ge­legt hat, wur­de sie bis­her nicht ge­sich­tet. Der Gar­ten war Mi­chel­le Oba­mas Her­zens­an­ge­le­gen­heit, Dreh- und An­gel­punkt ih­rer Er­näh­rungs­kam­pa­gne und Ort der Selbst­in­sze­nie­rung glei­cher­ma­ßen. Als der prä­si­dia­le Macht­wech­sel be­vor­stand, be­fürch­te­ten man­che, Do­nald Trump wür­de die klei­ne Oase pla­nie­ren las­sen. Mi­chel­le Oba­ma ließ Wege und Bee­te be­fes­ti­gen; eine Stif­tung si­chert den Be­trieb der An­la­ge auf Jah­re. Das in Slo­we­ni­en ge­bo­re­ne ehe­ma­li­ge Mo­del Me­la­nia Trump hat öf­fent­li­che Ern­te­ter­mi­ne bis­her igno­riert. Ge­or­ge Ball, Chef der Saat­gut­fir­ma Bur­pee, will das mit­hil­fe ei­ner sel­te­nen slo­we­nisch-ägyp­ti­schen Zwie­bel­sor­te än­dern. De­ren Züch­tung geht auf den Groß­va­ter müt­ter­li­cher­seits der First Lady zu­rück. Bur­pee spen­de­te 2,5 Mil­lio­nen Dol­lar für den prä­si­dia­len Ge­mü­se­acker. Die Raka-Zwie­bel soll nun im­por­tiert wer­den, um bei Mrs Trump hei­mat­li­che Ge­füh­le zu we­cken. »Wir hof­fen«, so Ball, »dass sie ent­zückt sein wird.« Wenn nicht, sei ihm das aber auch egal. Er freut sich auf die Pflan­ze: »Es soll eine wirk­lich fan­tas­ti­sche Zwie­bel sein.«

Er will ja nur spielen

Der ame­ri­ka­ni­sche Schau­spie­ler Shia La­Be­ouf, 31, wur­de durch den ers­ten »Trans­for­mers«-Film 2007 be­rühmt; spä­ter dreh­te er mit Re­gis­seu­ren wie Ste­ven Spiel­berg, Oli­ver Sto­ne oder Lars von Trier. Be­rüch­tigt ist La­Be­ouf für sei­ne Wut­aus­brü­che: Ein­mal ramm­te er mit sei­nem Auto ab­sicht­lich den Wa­gen ei­nes Nach­barn, ein an­der­mal war er in eine Knei­pen­schlä­ge­rei ver­wi­ckelt. 2014 muss­te ihn die Po­li­zei mit Ge­walt aus ei­nem New Yor­ker Thea­ter ho­len, weil er als Zu­schau­er die Vor­stel­lung mas­siv ge­stört hat­te. In­so­fern kann La­Be­ouf als Ide­al­be­set­zung gel­ten für ei­nen der größ­ten Ex­zen­tri­ker der Sport­ge­schich­te: Im Spiel­film »Borg/​McEn­roe« ver­kör­pert er jetzt den ame­ri­ka­ni­schen Ten­nis­spie­ler John McEn­roe. McEn­roe, der er­folg­reichs­te Spie­ler der frü­hen Acht­zi­ger­jah­re, war we­gen sei­nes Tem­pe­ra­ments und sei­ner Ar­ro­ganz ge­fürch­tet: Er stritt sich stän­dig mit den Schieds­rich­tern; auch Ball­jun­gen be­ka­men sei­nen Frust zu spü­ren. Der Film (deut­scher Ki­no­start: 12. Ok­to­ber) kon­zen­triert sich auf das End­spiel beim Tur­nier von Wim­ble­don im Jahr 1980 ge­gen sei­nen schwe­di­schen Kon­kur­ren­ten Björn Borg, ge­spielt von Sverr­ir Gud­na­son, 38 (r.). Da­mit wächst auch die Vor­freu­de auf ei­nen an­de­ren Spiel­film über ei­nen Ten­nis­hel­den: Seit zwei Jah­ren ar­bei­tet Mat­thi­as Schweig­hö­fers Pro­duk­ti­ons­fir­ma an ei­nem Film über Bo­ris Be­cker.

Diplomatie auf Socken

Zur Be­grü­ßung des ka­na­di­schen Pre­mier­mi­nis­ters Jus­tin Tru­deau, 45, ver­gan­ge­nen Diens­tag in Dub­lin trug der iri­sche Mi­nis­ter­prä­si­dent Leo Va­ra­dkar, 38, rote So­cken mit Sym­bo­len der ka­na­di­schen Na­ti­on: wei­ße Ahorn­blät­ter und schwar­ze Po­li­zei­fi­gu­ren. Va­ra­dkar ehr­te da­mit nicht nur Tru­deaus Hei­mat­land, son­dern imi­tier­te auch des­sen spe­zi­el­le Kom­mu­ni­ka­ti­ons­form. Der Ka­na­di­er ist näm­lich be­reits be­kannt für sei­ne So­cken-Di­plo­ma­tie: Bei ei­ner Gay-Pri­de-Ver­an­stal­tung in Ot­ta­wa trug er re­gen­bo­gen­far­be­ne Strümp­fe, beim Nato-Tref­fen ei­nen pin­ken und ei­nen blau­en Strumpf, bei­de mit Nato-Ster­nen be­druckt, und So­cken mit Na­tio­nal­flag­gen-De­sign ge­hö­ren oh­ne­hin zum Sor­ti­ment. Va­ra­dkar ori­en­tiert sich nicht nur in Klei­dungs­fra­gen an Tru­deau. Er ver­sprach, sich da­für ein­zu­set­zen, mehr Frau­en in füh­ren­de po­li­ti­sche Po­si­tio­nen zu brin­gen. Tru­deau – »ich bin Fe­mi­nist« – hat eben­so vie­le Frau­en wie Män­ner in sei­nem Ka­bi­nett.

Hingucker

Die ehe­ma­li­ge fin­ni­sche Staats­prä­si­den­tin Tar­ja Ha­lo­nen, 73, hat sich strup­pig und schmut­zig ge­macht. Mit ih­rem ab­ge­ris­se­nen Auf­tritt will Ha­lo­nen, die von 2000 bis 2012 im Prä­si­den­ten­pa­last in Hel­sin­ki re­si­dier­te, eine Spen­den­ak­ti­on un­ter­stüt­zen. Ver­an­stal­ter der Kam­pa­gne ist die fin­ni­sche Heils­ar­mee. Im Rah­men ih­rer all­jähr­li­chen Ak­ti­on »Helft den Men­schen« will die Heils­ar­mee deut­lich ma­chen, »dass es auch in Finn­land ge­sell­schaft­li­che Pro­ble­me gibt«. Auf­ge­nom­men wur­de das Foto in Kal­lio, ei­nem Ar­bei­ter­vier­tel von Hel­sin­ki, wo die so­zi­al­de­mo­kra­ti­sche Po­li­ti­ke­rin auf­ge­wach­sen ist und auch heu­te wohnt. »Es ist wich­tig, ei­nem in Not ge­ra­te­nen Mit­men­schen zu hel­fen«, sagt Ha­lo­nen, »das ist hu­ma­ni­tä­re Ar­beit in un­se­rem All­tag.«

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 28/2017.