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Per­so­na­lien

Doppel-Dementi

Es gab schon ro­si­ge­re Zei­ten im Le­ben des Bo­ris Be­cker, 49. Erst hat ihn eine Rich­te­rin in Lon­don für bank­rott er­klärt, weil er ei­nen fäl­li­gen Kre­dit nicht recht­zeit­gig zah­len konn­te, dann sorg­te sei­ne Frau Lily, 41, für Spe­ku­la­tio­nen, die Ehe des drei­ma­li­gen Wim­ble­don­sie­gers aus Lei­men ste­cke in der Kri­se: Er sei „schon lan­ge ge­mein“ zu ihr, sag­te sie in der Show „Glo­bal Gla­dia­tors“. Via Twit­ter de­men­tier­te Bo­ris Be­cker so­wohl das eine als auch das an­de­re. Fi­nan­zi­ell gehe es ihm pri­ma, und er sei glück­lich ver­hei­ra­tet. Es ist of­fen­bar al­les eine Fra­ge der Per­spek­ti­ve. Be­cker be­zeich­net sich selbst im­mer noch als Ten­nis­pro­fi, Bot­schaf­ter und Un­ter­neh­mer. Dem SPIEGEL sag­te Be­cker vor drei Jah­ren, er sei „fast ein Workaho­lic“; wenn er sei­ne Be­sitz­tü­mer und Fir­men­an­tei­le ver­kau­fen wür­de, könn­te er es sich leis­ten, den hal­ben Tag Golf zu spie­len. Be­cker er­klär­te da­mals: „Macht euch kei­ne Sor­gen um mich. Nicht je­der Deal hat funk­tio­niert, aber 51 Pro­zent.“ 50 Leu­te sei­en für und mit ihm im Ein­satz, was ge­nau die tun, das er­zähl­te Be­cker nicht, aber all­zu flei­ßig kön­nen sie in den ver­gan­ge­nen Jah­ren nicht ge­we­sen sein. Ten­nis­pro­fi No­vak Djo­ko­vić, den Be­cker drei Jah­re lang trai­nier­te, bot fi­nan­zi­el­le Un­ter­stüt­zung an. In der Schweiz be­glich Be­cker Schul­den in Höhe von 197 000 Fran­ken plus Zin­sen – Schwei­zer Be­am­te hat­ten an­geb­lich schon seit 2010 ver­sucht, die Sum­me per Zah­lungs­be­fehl ein­zu­trei­ben.

Lob aus der Ferne

Pro­phe­ten zäh­len ja be­kannt­lich im ei­ge­nen Land am we­nigs­ten, Po­li­ti­ke­rin­nen er­geht es in ih­rer Par­tei manch­mal ähn­lich. Ma­rie­lui­se Beck, 65, küm­mert sich als Ost­eu­ro­pa-Ex­per­tin der Grü­nen­frak­ti­on lie­ber um Men­schen­rech­te, als stän­dig nur die In­ter­es­sen ih­res Bre­mer Wahl- krei­ses zu be­die­nen. Ihr En­ga­ge­ment kommt bei der Par­tei­ba­sis al­ler­dings nicht so gut an: Bei der Kan­di­da­ten­auf­stel­lung für die Bun­des­tags­wahl droh­te der Grü­nen der ers­ten Stun­de eine Nie­der­la­ge. Da ver­zich­te­te Beck lie­ber auf ihre Kan­di­da­tur. Als sie jetzt mit 200 Gäs­ten in der Bre­mer Kul­tur­kir­che St. Ste­pha­ni Ab­schied und 65. Ge­burts­tag fei­er­te, ließ sich nach drei Jahr­zehn­ten Bun­des­po­li­tik kaum ein Bre­mer Grü­nen­funk­tio­när bli­cken. Statt von der ei­ge­nen Par­tei wur­de Beck von Red­nern aus Ost­eu­ro­pa ge­wür­digt. Der ukrai­ni­sche Bot­schaf­ter An­drij Melnyk zoll­te der „un­er­müd­li­chen Strei­te­rin für Men­schen­rech­te“ sei­nen Re­spekt. Und Iri­na Scherba­ko­wa von der rus­si­schen Men­schen­rechts­or­ga­ni­sa­ti­on Me­mo­ri­al sag­te: „Für uns ist es sehr trau­rig, dass Ma­rie den Bun­des­tag ver­lässt.“ Sie sei „so em­pa­thisch, so en­thu­si­as­tisch, so ehr­lich“.

Zeigen, was man hat

Der New Yor­ker Kunst­lieb­ha­ber An­d­rew Hall, 66, dürf­te vie­len Lands­leu­ten als ex­zen­trisch gel­ten. Zwar sam­meln ver­mö­gen­de Ame­ri­ka­ner gern mo­der­ne Kunst in gro­ßem Stil, und nicht we­ni­ge er­öff­nen gro­ße, fast lu­xu­riö­se Pri­vat­mu­se­en so wie er. An­d­rew Hall und sei­ne Frau Chris­ti­ne, 66, je­doch ha­ben sich nicht für die ty­pi­schen Stand­or­te Mia­mi, Los An­ge­les oder New York ent­schie­den, son­dern für das klei­ne nie­der­säch­si­sche Der­ne­burg. Dort er­warb das Paar von Ma­ler Ge­org Ba­se­litz vor Jah­ren ein Schloss, sa­nier­te das Ge­mäu­er auf­wen­dig und zeigt nun vom ers­ten Ju­li­wo­chen­en­de an, wel­che Kunst es schätzt, dar­un­ter Wer­ke des ewi­gen New Yor­ker En­fant ter­ri­b­le Ju­li­an Schna­bel. Eine ei­ge­ne Schau ist der ver­stor­be­nen deut­schen Ga­le­ris­tin Bar­ba­ra Weiss ge­wid­met. Die Ein­drü­cke wer­den spek­ta­ku­lär sein, das hie­si­ge Pu­bli­kum darf sich dar­über freu­en, dass Mr Hall – als Händ­ler an der Wall Street zur Le­gen­de ge­wor­den – sei­ne Kunst nach Deutsch­land trans­fe­riert hat. Be­sich­ti­gen darf man die­se al­ler­dings nur nach Vor­an­mel­dung und mit ei­ner ge­führ­ten Tour. Der Haus­herr gilt als scheu und will ge­le­gent­lich sei­ne Ruhe ha­ben.

Vom Feinsten

Für die Net­flix-Pro­duk­ti­on „Okja“ hat die Schau­spie­le­rin Til­da Swin­ton, 56, ihre gu­ten Kon­tak­te zur Mo­de­bran­che spie­len las­sen. Den Groß­teil der Aus­stat­tung ih­rer Fi­gur Lucy Mi­ran­do hat auf Swin­tons Be­trei­ben hin Cha­nel über­nom­men. Die ame­ri­ka­nisch-süd­ko­rea­ni­sche Ko­pro­duk­ti­on, ein Fan­ta­sy-Ac­tion-Film um ein Rie­sen­schwein un­ter der Re­gie von Bong Joon-ho, dankt es der Fir­ma im Ab­spann. „Mir kam der Ge­dan­ke, dass Lucy viel­leicht et­was Be­son­de­res tra­gen möch­te“, sag­te Swin­ton über die neu­ro­ti­sche Che­fin ei­nes glo­ba­len Mul­ti­kon­zerns. Das Un­ter­neh­men habe auf ihre An­fra­ge gleich po­si­tiv re­agiert, so die Os­car­preis­trä­ge­rin, die 2013 das Kam­pa­gnen­ge­sicht für Cha­nel war. Swin­ton schätzt auch an­de­re Lu­xus­la­bels: Im Jahr 2009 spiel­te sie die Haupt­rol­le in dem hoch­ge­lob­ten ita­lie­ni­schen Ar­thouse­film „I Am Love“ und trug da­bei aus­schließ­lich Jil San­der.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 27/2017.