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Kommunismus als Sommeraben­teuer

Ein paar Tage mit Marc-Uwe Klings Känguru-Chroniken, mit Rachel Kushners Roman Telex aus Kuba und mit der Großen Heimkehr von Anna Kim.
Von Sebastian Hammelehle

KÜRZ­LICH SAß ICH in der Son­ne und re­de­te über den Kom­mu­nis­mus – mit mei­nen Kin­dern. Mit wel­chem Er­wach­se­nen re­det man heu­te noch über den Kom­mu­nis­mus? Ein Zau­sel wie Je­re­my Cor­byn mag sei­ne Fans ha­ben, ein knor­ri­ger Greis wie Ber­nie San­ders, aber sind das Kom­mu­nis­ten? Mei­ne Kin­der und ich sa­ßen ge­gen­über der Ro­ten Flo­ra, der Ham­bur­ger Deutsch­land­zen­tra­le des Links­ra­di­ka­lis­mus. Viel­leicht ist es auch die Eu­ro­pa­zen­tra­le, ich weiß es nicht. Mei­nem klei­nen Sohn im­po­nier­ten die Graf­fi­ti, die Leucht­re­kla­me auf dem Dach: No G 20. „Bist du Kom­mu­nist?“, frag­te er. Er hat alle Fol­gen der Kän­gu­ru-Chro­ni­ken auf CD ge­hört. Dar­in geht es um ein kom­mu­nis­ti­sches Kän­gu­ru, das in Ber­lin lebt. Ein Witz, ein al­ter li­te­ra­ri­scher Trick: ein Kän­gu­ru – und dann auch noch kom­mu­nis­tisch, der Exot als scharf­sich­ti­ger Be­ob­ach­ter der Welt. Marc-Uwe Kling, sein Schöp­fer, hat Mil­lio­nen Bü­cher und Hör­bü­cher ver­kauft, das kom­mu­nis­ti­sche Kän­gu­ru hat ihn reich ge­macht. Ich setz­te zu ei­ner Er­klä­rung an: Kom­mu­nis­mus, viel­leicht eine gute Idee, aber. Ich wür­de nicht glau­ben, dass sie funk­tio­niert. Mir fiel ein Foto ein, das ich mal ge­se­hen hat­te. Dar­auf ein ame­ri­ka­ni­scher Wa­gen mit ei­nem Auf­kle­ber: „The only ism for me is ab­stract ex­pres­sio­nism“. Er wis­se, was abs­trak­ter Ex­pres­sio­nis­mus sei, mein­te mein gro­ßer Sohn leicht ener­viert. Wo­her kann­te er die­se Kunst­rich­tung, wo­her den Ma­ler Jack­son Pol­lock?

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 25/2017.