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Familie mit Nebenwir­kungen

Ein Buch über Krebs hat Siddhartha Mukherjee bekannt gemacht, jetzt schreibt er über Das Gen.
Von Nils Minkmar

ALS DER JUN­GE ME­DI­ZI­NER Sid­dhar­tha Muk­her­jee eine Ah­nung da­von hat­te, dass aus sei­ner Freun­din viel­leicht ein­mal die Mut­ter sei­ner Kin­der wer­den könn­te, er­zähl­te er ihr von sei­ner Fa­mi­lie. Es war eine War­nung: Zwei Brü­der sei­nes Va­ters und ei­ner sei­ner Cou­sins wa­ren im Lau­fe ih­res Le­bens erst schwer­mü­tig ge­wor­den, zeig­ten dann ein selt­sa­mes Ver­hal­ten und ver­san­ken schließ­lich in der Schi­zo­phre­nie. Die Ur­sa­che für ihre schwe­re psy­chi­sche Er­kran­kung muss­te die Fa­mi­lie Muk­her­jee nicht lan­ge su­chen. Die lag, da­von wa­ren alle in der Fa­mi­lie wie in der Nach­bar­schaft über­zeugt, in der Tei­lung: In der Nacht vom 14. zum 15. Au­gust 1947 spal­te­te sich Pa­kis­tan von In­di­en ab, und das hin­ter­ließ eben tie­fe men­ta­le Spu­ren. Und die Män­ner der Fa­mi­lie Muk­her­jee ver­lo­ren da­bei eben ihr see­li­sches Gleich­ge­wicht. Doch bei dem ent­schei­den­den Date ging es nicht um die­se his­to­ri­sche Er­klä­rung. Sid­dhar­tha er­zähl­te von die­sen Krank­hei­ten, wie die Ne­ben­wir­kun­gen in ei­nem Bei­pack­zet­tel auf­ge­lis­tet sind: In man­chen Fäl­len kön­nen Mit­glie­der die­ser Fa­mi­lie see­li­sche Krank­hei­ten ent­wi­ckeln. Es ging um Gene – sei­ne zu­künf­ti­ge Ehe­frau soll­te wis­sen, was da mög­li­cher­wei­se auf sie zu­kommt.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 25/2017.