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Entlaufene Esel

Kokain, Champagner – und ein Todesfall: Lawrence Osbornes Roman Denen man vergibt.
Von Elke Schmitter

DIE­SER BE­MER­KENS­WER­TE RO­MAN hat, um das gleich ge­sagt zu ha­ben, da­mit man es wie­der ver­ges­sen kann, eine Rei­he von Män­geln. Sie lie­gen auf je­ner sub­ti­len Ebe­ne, die win­zi­ge Stö­run­gen beim Le­sen her­vor­ruft, wel­che aber nur mit je­ner Auf­merk­sam­keit zu iden­ti­fi­zie­ren sind, die man als nor­ma­ler Le­ser eben nicht auf­brin­gen will: Schwan­kun­gen in der Er­zähl­per­spek­ti­ve (wer spricht hier, ist es der Au­tor, ist es die Fi­gur?), sti­lis­ti­sche Über­reizt­hei­ten, ein im­mer wie­der un­be­hol­fe­ner Satz­bau. Tat­säch­lich möch­te man da­von aber ab­se­hen, weil schon in der Ein­gangs­sze­ne klar wird, dass die­ser Au­tor mit enor­mer Am­bi­ti­on von ei­ner un­er­hör­ten Be­ge­ben­heit er­zählt, die man um je­den Preis ver­fol­gen will – weil sie äs­the­ti­sche Fas­zi­na­ti­on, mo­ra­li­sche Un­ru­he und kri­mi­na­lis­ti­sche Span­nung ver­bin­det. Wer die­ses Buch be­gon­nen hat, der will es auch be­en­den, und der denkt wahr­schein­lich auch noch lan­ge dar­an zu­rück.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 25/2017.