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Schrift­stel­ler

Theater spielen im Minenfeld

Der Dramatiker Jeton Neziraj schreibt wilde Stücke über den Zustand Europas – und stößt damit Nationalisten im Kosovo ebenso vor den Kopf wie deren serbische Gegner.
Von Wolfgang Höbel

Au­tor Ne­zi­raj mit Mas­ke des ser­bi­schen Staats­prä­si­den­ten Aleksan­dar Vučić „Ich bin für bei­de Sei­ten ein Ver­rä­ter“

Es sind ein paar we­ni­ge Frau­en und drei Dut­zend jun­ge Män­ner, vie­le von ih­nen mit Kin­der­ge­sich­tern, die un­ter mäch­ti­gen grü­nen Bäu­men vor ei­nem Thea­ter in der Bel­gra­der In­nen­stadt ste­hen und ser­bi­sche Kampf­pa­ro­len brül­len. Vie­le der Jungs hal­ten wei­ße Papp­ta­feln in die Höhe, die eng mit ky­ril­li­schen Buch­sta­ben be­schrie­ben sind. An­de­re schwen­ken Fo­to­gra­fi­en in Pos­ter­grö­ße, die an­geb­lich im Ko­so­vo er­mor­de­te Ser­ben und Sol­da­ten in Kampf­mon­tur zei­gen. Ein blass­blau­er Po­li­zei­bus parkt am Stra­ßen­rand, sie­ben oder acht Po­li­zis­ten drän­gen die Pro­tes­tie­rer weg vom Ein­gangs­tor des Thea­ters. Die Ge­sich­ter der Po­li­zis­ten, die den zor­ni­gen jun­gen Män­nern Ein­halt ge­bie­ten, se­hen nach Lan­ge­wei­le und Spott aus.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 25/2017.