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Haus­mit­tei­lung

Neus­ser in Ham­burg

Zu Be­ginn der Sech­zi­ger­jah­re nann­te der spä­te­re Bun­des­kanz­ler Hel­mut Schmidt Ham­burg eine „schla­fen­de Schö­ne“, in die­sem Jahr zählt die „New York Times“ die Han­se­stadt zu den zehn in­ter­na­tio­nal bes­ten Rei­se­zie­len, Ham­burg sei ein „Pa­ra­dies für Ar­chi­tek­tur und De­sign“. Die Elb­phil­har­mo­nie ver­schiebt die Di­men­si­on: Das Tor zur Welt wird zur Welt­stadt, in der An­fang kom­men­den Mo­nats Welt­po­li­tik ge­macht wird: Am 7. und 8. Juli tref­fen sich die Re­gie­rungs­chefs der größ­ten In­dus­trie­na­tio­nen und Schwel­len­län­der zum G-20-Gip­fel in den Mes­se­hal­len. Re­por­ter Alex­an­der Smoltc­zyk be­schreibt, wie Ham­burg mit sei­ner neu­en Rol­le im Mit­tel­punkt noch frem­delt. Er traf un­ter an­de­ren den Stra­ßen­künst­ler Mick, der sich über die Mas­sen wun­dert, die zur Elb­phil­har­mo­nie pil­gern. Ein Team von Re­dak­teu­ren do­ku­men­tiert die Vor­be­rei­tun­gen der Po­li­zei und der Glo­ba­li­sie­rungs­geg­ner. „Die Be­hör­den rech­nen mit bis zu 8000 mi­li­tan­ten De­mons­tran­ten“, sagt Hu­bert Gude. In un­mit­tel­ba­rer Nähe zum Ta­gungs­ort liegt die Stern­schan­ze, ein Stadt­teil, in dem An­ar­chie auf Hips­ter­tum trifft. Clau­dia Voigt und To­bi­as Be­cker be­rich­ten von der Front der Gen­tri­fi­zie­rung, die durch ein Vier­tel läuft, in wel­chem eine muf­fe­li­ge Woh­nung 16,50 Euro Kalt­mie­te pro Qua­drat­me­ter kos­ten kann. „Es ge­hört zu den Wi­der­sprü­chen der Schan­ze, dass sich der Pro­test bes­tens ver­mark­ten lässt“, sagt Be­cker. Sei­ne Kol­le­gin­nen Su­san­ne Bey­er und Sa­mi­ha Shafy spra­chen über die Fas­zi­na­ti­on der Elb­phil­har­mo­nie mit dem ehe­ma­li­gen Ham­bur­ger Ge­ne­ral­mu­sik­di­rek­tor Ingo Metz­ma­cher. Die Elb­phil­har­mo­nie sei ein Ge­bäu­de, das nicht nur für den eli­tä­ren Teil der Ge­sell­schaft ste­he, sagt er, „das ist eine Rie­sen­chan­ce“. Das Ti­tel­bild hat der Münch­ner Pe­ter Neus­ser fo­to­gra­fiert, um Mit­ter­nacht vom Dach des SPIEGEL-Hau­ses aus. Neus­ser lief das Dach der Län­ge nach ab und mach­te alle vier­ein­halb Schrit­te ein Bild, die Auf­nah­men leg­te er an­schlie­ßend über­ein­an­der. zum Ar­ti­kel

Schulz in San Fran­cis­co

Acht Jah­re nach sei­ner Grün­dung be­schäf­tigt der ame­ri­ka­ni­sche Fahr­dienst­ver­mitt­ler Uber be­reits rund 12 000 Mit­ar­bei­ter, der Um­satz lag zu­letzt bei 6,5 Mil­li­ar­den Dol­lar – wohl kein Un­ter­neh­men wächst schnel­ler. Als Tho­mas Schulz vor Mo­na­ten be­gann, sich in der Fir­men­zen­tra­le in San Fran­cis­co um­zu­se­hen und mit Ma­na­gern, Fah­rern und ehe­ma­li­gen Mit­ar­bei­tern zu spre­chen, war nicht ab­seh­bar, dass Uber von ei­ner Skan­dal­se­rie er­schüt­tert wer­den wür­de: Ans Licht kam, dass Part­ner hin­ter­gan­gen, Po­li­ti­ker be­lo­gen, Kon­kur­ren­ten schi­ka­niert, Kol­le­gin­nen se­xu­ell be­läs­tigt wur­den. Schulz re­gis­trier­te, wie die Stim­mung im Haus im­mer mie­ser wur­de. Das ra­san­te Wachs­tum wur­de durch die Skan­da­le nicht ge­stoppt, und auch Schulz kann sich Uber kaum noch aus sei­nem All­tag in Ka­li­for­ni­en weg­den­ken: „Uber hat eine na­he­zu per­fek­te Dienst­leis­tung für die di­gi­ta­le Welt ge­schaf­fen.“ zum Ar­ti­kel