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Per­so­na­lien

Mühevoller Beginn

Der bri­ti­sche Mu­si­ker Ed Shee­ran, 26, hat als Kind ge­stot­tert und konn­te – so er­zählt er es zu­min­dest – beim Sin­gen kei­ne Me­lo­die hal­ten. Er war neun Jah­re alt, als ihm sein On­kel eine CD des ame­ri­ka­ni­schen Rap­pers Emi­nem schenk­te. Shee­rans El­tern hat­ten kei­ne Ah­nung, was auf dem Al­bum zu hö­ren war, sie wuss­ten nicht, dass Emin­ems Tex­te wü­tend und di­rekt sind und das Wort „fuck“ dar­in kei­ne un­we­sent­li­che Rol­le spielt. Der klei­ne Ed war be­ein­druckt: „Wenn du neun Jah­re alt bist und je­mand er­zählt der­be Sa­chen, willst du das auch kön­nen. Also lern­te ich es.“ Shee­ran ver­such­te, Schritt zu hal­ten mit Emi­nem, der sei­ne Tex­te in be­acht­li­chem Tem­po her­un­ter­rat­tert, und ver­lor so sein Stot­tern: „Das war mei­ne Sprachthe­ra­pie.“ Als er etwa 16 war, klapp­te es dann auch mit den Me­lo­di­en. Zehn Jah­re, zwei Gram­mys, zwei Echos und zahl­rei­che an­de­re in­ter­na­tio­na­le Aus­zeich­nun­gen spä­ter hängt heu­te so­gar ein ge­mal­tes Por­trät des Sän­gers in der Na­tio­nal Por­trait Gal­le­ry in Lon­don.

Im Licht

Seit sei­ner Er­nen­nung zum Pre­mier­mi­nis­ter durch den neu­en Prä­si­den­ten Em­ma­nu­el Ma­cron rich­ten sich in Frank­reich alle Au­gen auf ihn – und der Mann ist tat­säch­lich nicht zu über­se­hen: Edouard Phil­ip­pe, 46, ein 1,90 Me­ter gro­ßer, kon­ser­va­ti­ver Po­li­ti­ker mit Voll­bart. Der Hob­by­bo­xer und Au­tor po­li­ti­scher Thril­ler soll Ma­crons Wahl­ver­spre­chen um­set­zen. Doch Or­ga­ni­sa­tio­nen wie „Osez le fé­mi­nis­me“ ("Wagt den Fe­mi­nis­mus") be­schwe­ren sich: Phil­ip­pe habe sich in der Ver­gan­gen­heit stets ge­gen Ge­set­ze aus­ge­spro­chen, die Frau­en­rech­te vor­an­brin­gen soll­ten. Oben­drein sei der Mann se­xis­tisch. Als Be­leg dient auch sein Buch „Dans l'om­bre“ ("Im Schat­ten"), das er 2011 ge­mein­sam mit sei­nem Par­tei­freund Gil­les Boy­er ge­schrie­ben hat. „Ma­ri­lyn hat klei­ne Brüs­te. Nor­ma­ler­wei­se mag ich das nicht. Eine rich­ti­ge Brust ist rund, sie ist kom­for­ta­bel und ein­la­dend, so­dass man sei­ne Nase mit Ju­bel dar­in ver­gra­ben kann“, sagt dar­in der Prot­ago­nist, der Frau­en als „Tro­phä­en“ sieht. Un­be­irrt von der Kri­tik an sei­nem li­te­ra­ri­schen Schaf­fen will Phil­ip­pe sei­ne Schrift­stel­ler­kar­rie­re fort­set­zen, wahr­schein­lich er­scheint im Sep­tem­ber sein neu­es Buch.

Stehauf­männchen

Der ehe­ma­li­ge Box­star Axel Schulz, 48, be­kannt für sei­ne leut­se­li­ge Art, hat ein ein­zig­ar­ti­ges Eh­ren­amt über­nom­men: als Bier­bot­schaf­ter des Lan­des Bran­den­burg. Sei­ne Auf­ga­be be­steht dar­in, für die bun­des­weit eher un­be­kann­ten Bier­sor­ten der Re­gi­on zu wer­ben. So ein Ex­em­plar habe ihm noch ge­fehlt, kom­men­tier­te der ehe­ma­li­ge Schwer­ge­wichts­bo­xer die Überg­a­be ei­nes Gür­tels mit der Auf­schrift „1. Bran­den­bur­ger Bier­bot­schaf­ter“. Bier­trin­ken be­zeich­ne­te er als sein Hob­by, da­bei hat­te sich Schulz zu­letzt eher ge­sund­heits­för­dernd be­tä­tigt. Als Un­ter­stüt­zer ei­ner jähr­li­chen Par­kin­son-Gala ver­kauft er Tom­bola­lo­se, sucht gern das di­rek­te Ge­spräch mit Par­kin­son­kran­ken und er­in­nert an sei­ne Er­fah­run­gen als Bo­xer. Auch wenn man zu Bo­den gehe, kön­ne man im­mer wie­der auf­ste­hen, lau­tet sei­ne Bot­schaft – eine Le­bens­weis­heit, die Schulz nun auch als Bier­bot­schaf­ter ver­brei­ten kann.

Can­nes 2007

Pfeffrig oder lau?

Das spek­ta­ku­lä­re Hol­ly­wood­paar An­ge­li­na Jo­lie, 41, und Brad Pitt, 53, lebt in Tren­nung; häss­li­che Sze­nen sol­len sich ab­ge­spielt ha­ben; vor Kur­zem keim­te Hoff­nung, ein Hap­py End sei doch noch mög­lich. Je­den­falls kann sich der Be­trach­ter ein Be­zie­hungs­dra­ma ers­ter Güte aus­ma­len. Doch die bei­den Schau­spie­ler pro­du­zie­ren nicht nur emo­tio­na­le, son­dern auch ku­li­na­ri­sche Hö­he­punk­te. Das be­fand je­den­falls der fran­zö­sisch-ame­ri­ka­ni­sche Spit­zen­koch Jus­tin Kent bei ei­ner Blind­ver­kos­tung des neu­en Oli­ven­öls aus dem Hau­se Pitt-Jo­lie: Es schme­cke nach Spu­ren von Ba­si­li­kum und Zi­tro­ne und bie­te ei­nen wür­zi­gen, „fast pfeff­ri­gen“ Ab­gang. Das kalt ge­press­te Öl stammt von Bran­ge­li­nas Wein­gut Châ­teau Mi­ra­val nord­west­lich von Saint-Tro­pez. Der Kü­chen­chef des le­gen­dä­ren Pa­ri­ser Re­stau­rants Le Cha­teau­bri­and, Iña­ki Aiz­pi­tar­te, hin­ge­gen hält den Ge­schmack für lau, die Far­be sei zwar schön, doch er ver­misst „die Fri­sche der Re­gi­on“. Mit 57 Euro pro Li­ter sei das Öl völ­lig über­teu­ert, sind sich die Gour­mets ei­nig.

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