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ZEIT­REISE – DER SPIEGEL VOR 50 JAHREN

Pan­zer auf dem Omo­nia-Platz in Athen 1967

Grie­chen­land

Zweieinhalb Stunden in Athen

Fassungslos rieben sich die Europäer die Augen. Was nur noch in Afrika oder Lateinamerika für möglich gehalten worden war, geschah nun in Europa: Ein rechter Militärputsch fegte die griechische Demokratie dahin. Aber eines muss man den Griechen lassen: Putschen konnten sie.

Die „Vä­ter des Staats­streichs“, neun Ge­ne­rä­le und Obers­ten der Ar­mee, han­del­ten mit „ge­ne­ral­stabs­mä­ßi­ger, fast preu­ßi­scher Prä­zi­si­on: In­ner­halb von zwei­ein­halb Stun­den über­rum­pel­ten sie ih­ren Kö­nig, ver­haf­te­ten sie die Op­po­si­ti­on, be­täub­ten sie das Volk.“ In­ner­halb von zwei­ein­halb Stun­den über­nah­men sie mit 150 Pan­zern und 3000 Sol­da­ten die Macht über neun Mil­lio­nen Grie­chen. Noch in der Nacht, in der Grie­chen­lands De­mo­kra­tie li­qui­diert wur­de, konn­ten die Mi­li­tärs alle wich­ti­gen Na­men auf den seit Lan­gem vor­be­rei­te­ten schwar­zen Lis­ten ab­ha­ken. Über 6509 Per­so­nen wur­den ver­haf­tet, 279 Or­ga­ni­sa­tio­nen ver­bo­ten. Wie aus dem Lehr­buch für den er­folg­rei­chen Staats­streich be­setz­ten die Sol­da­ten im Glau­ben, an ei­ner Übung teil­zu­neh­men, zu­min­dest aber im Auf­trag des Kö­nigs zu han­deln, Rund­funk­sta­tio­nen, Bahn­hö­fe, Kraft­wer­ke so­wie alle stra­te­gisch wich­ti­gen Kreu­zun­gen.

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