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Per­so­na­lien

Offline in Cannes

Der Hol­ly­wood­star Jes­si­ca Chas­tain, 40, Ju­ry­mit­glied bei den dies­jäh­ri­gen Film­fest­spie­len von Can­nes, hat eine Kon­takt­sper­re ver­hängt: Freun­de, die mit ei­nem Film im Wett­be­werb ver­tre­ten sind, dür­fen wäh­rend des Fes­ti­vals nicht mit ihr kom­mu­ni­zie­ren. „No texting!“ habe sie sich er­be­ten, so Chas­tain, schließ­lich wol­le sie so ob­jek­tiv wie mög­lich über die Fil­me ur­tei­len. Da­mit dürf­te eine Rei­he von Leu­ten ent­täuscht das Han­dy weg­le­gen: Mit ei­nem Port­fo­lio, das von Block­bus­tern wie „In­ter­stel­lar“ über Thea­ter­ver­fil­mun­gen wie „Fräu­lein Ju­lie“ bis zu klei­nen Po­lit­fil­men wie „Die Er­fin­dung der Wahr­heit“ (Start: 6. Juli) reicht, ist Chas­tain eine der viel­sei­tigs­ten und am bes­ten ver­netz­ten Schau­spie­le­rin­nen Hol­ly­woods. Ih­ren Durch­bruch er­leb­te sie üb­ri­gens in Can­nes. Mit Ter­rence Malicks eso­te­ri­schem Pal­men-Ge­win­ner „The Tree of Life“, in dem sie buch­stäb­lich zu schwe­ben be­ginnt, wur­de sie 2011 schlag­ar­tig be­rühmt. „'The Tree of Life' ist der Film mei­nes Le­bens“, schwärmt Chas­tain noch heu­te.

Der Mann am Klavier

Neu­lich in Pe­king, beim War­ten auf den chi­ne­si­schen Prä­si­den­ten Xi Jin­ping, setz­te sich Russ­lands Prä­si­dent Wla­di­mir Pu­tin, 64, an den Flü­gel in der Re­si­denz des Gast­ge­bers, um sich mit so­wje­ti­schem Lied­gut die Zeit zu ver­trei­ben: mit „Stadt an der frei­en Newa“, ei­ner Hym­ne auf sei­ne Hei­mat­stadt Sankt Pe­ters­burg, und dem Schla­ger „Mos­kau­er Fens­ter“. Das In­stru­ment sei ver­stimmt ge­we­sen, wie Pu­tin spä­ter be­män­gel­te. Aber da er kei­ne Ak­kor­de spie­len kann, stör­te das kaum. Er klim­pert gern auch mal vor Zu­schau­ern. 2010 sang er bei ei­nem Cha­ri­ty-Abend „Blu­e­ber­ry Hill„ (rus­sisch: „Blju­ber­ri Chill"), um dann am Flü­gel sei­ne Lieb­lings-Ge­heim­dienst-Schnul­ze vor­zu­tra­gen: „Wo die Hei­mat an­fängt“, ein Lied aus dem so­wje­ti­schen TV-Mehr­tei­ler „Schild und Schwert“. Es war die­ser Film, der im Schul­jun­gen Wo­lod­ja einst den Wunsch weck­te, zum KGB zu ge­hen. Pu­tin kennt die Klas­si­ker des Kriegs­lieds ("Im Erd­loch") und der Kos­mo­nau­tik ("14 Mi­nu­ten bis zum Start"), aber sein Re­per­toire ist be­schränkt, sei­ne Tech­nik schlicht. An­ders als Frank­reichs neu­er Prä­si­dent Em­ma­nu­el Ma­cron hat er in sei­ner Ju­gend kein Kon­ser­va­to­ri­um be­sucht, son­dern ei­nen Ju­do­klub.

Jungfer und Braut

Vor sechs Jah­ren avan­cier­te Phil­ip­pa ("Pip­pa") Midd­le­ton, heu­te 33, zur hei­ßes­ten Braut­jung­fer der Welt: Sie trug die Schlep­pe ih­rer Schwes­ter Ca­the­ri­ne die Stu­fen von West­mins­ter Ab­bey hoch, die Bil­der von Pip­pas Po sind le­gen­där. An die­sem Sonn­abend nun fei­ert die jün­ge­re Midd­le­ton-Toch­ter ihre ei­ge­ne Hoch­zeit, sie hei­ra­tet den Mil­lio­när Ja­mes Mat­t­hews in ei­ner Dorf­kir­che. Pip­pa dürf­te Wert dar­auf le­gen, ein ver­gleich­ba­res Braut­jung­fern­spek­ta­kel aus­zu­schlie­ßen. Wer die Ehre die­ser Rol­le zu­ge­dacht be­kom­men hat, war bei Re­dak­ti­ons­schluss noch nicht be­kannt. Her­zo­gin Ca­the­ri­ne ist es de­fi­ni­tiv nicht, als ver­hei­ra­te­te zwei­fa­che Mut­ter kommt sie nicht in­fra­ge. An po­ten­zi­el­len Auf­re­gern herrscht trotz­dem kein Man­gel. Zum ei­nen ist da der Trau­zeu­ge Spen­cer Mat­t­hews, Bru­der des Bräu­ti­gams und einst Teil­neh­mer bei „The Ba­che­lor“. Ihm wird ein lo­cke­rer Um­gang mit Dro­gen und Al­ko­hol nach­ge­sagt. Zum an­de­ren ste­hen die Chan­cen hoch, dass die Freun­din von Prinz Har­ry, Meg­han Mark­le, da sein wird. Viel­leicht fängt die ge­schie­de­ne Schau­spie­le­rin aus den USA ja den Braut­strauß.

Treffer, versenkt

Die Rol­le des wir­ren und meist voll­trun­ke­nen Ka­pi­täns Jack Spar­row in den „Fluch der Ka­ri­bik“-Fil­men hat John­ny Depp, 53, zu ei­nem der reichs­ten Män­ner Hol­ly­woods ge­macht. Doch von den rund 650 Mil­lio­nen Dol­lar, die er in 13 Jah­ren ver­dient ha­ben soll, soll kaum noch et­was üb­rig sein. Das be­haup­ten Depps frü­he­re Fi­nanz­be­ra­ter, die der Star ver­klagt hat. Sie wer­fen ihm vor, sein Ver­mö­gen ver­senkt zu ha­ben, un­ter an­de­rem in Wein­lie­fe­run­gen (30 000 Dol­lar mo­nat­lich) und die Un­ter­hal­tung ei­ner Se­gel­jacht (350 000 Dol­lar mo­nat­lich). Gut also für Depp, dass er ab kom­men­der Wo­che in „Sa­la­zars Ra­che“, dem fünf­ten Teil der Pi­ra­ten­se­rie, wie­der auf Raub­zug ge­hen kann. Mit ver­schro­be­nem Witz und Lust am Slap­stick lallt und stol­pert er durch die Sze­nen und macht aus dem Film ein kurz­wei­li­ges Ver­gnü­gen. We­ni­ger Spaß hat­te of­fen­bar das Film­team, das manch­mal stun­den­lang war­ten muss­te, weil Depp aus­schla­fen woll­te. Nun hat Hol­ly­wood für den ex­zen­tri­schen Star, bei dem of­fen­bar nie ganz klar ist, wann und in wel­chem Zu­stand er am Set auf­taucht, ein maß­ge­schnei­der­tes Pro­jekt ge­fun­den: Bald soll er ei­nen Un­sicht­ba­ren spie­len.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 21/2017.