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Frü­her war al­les schlech­ter

Arbeit in der Landwirt­schaft

Die Be­frei­ung von der Land­wirt­schaft. Es war ein Städ­ter aus Genf, Jean-Jac­ques Rous­seau, der mit dem „Zu­rück zur Na­tur“ an­fing. Na­tür­lich hat die Mehr­heit sei­ner Zeit­ge­nos­sen das nicht mit­be­kom­men, weil sie nicht le­sen konn­te, ge­ra­de vom Guts­herrn ran­ge­nom­men oder ver­prü­gelt wur­de und das Bud­get für kul­tur­kri­ti­sche Wei­ter­bil­dung für Rü­ben­sup­pe drauf­ging. Der Evo­lu­ti­ons­bio­lo­ge Ja­red Dia­mond hat Land­wirt­schaft als „schlimms­ten Feh­ler in der Ge­schich­te der Mensch­heit“ be­zeich­net. Sie brach­te Be­völ­ke­rungs­wachs­tum bei ho­her Sterb­lich­keit und er­setz­te Stein­zeit­di­ät durch ein­sei­ti­ge Er­näh­rung. Brand­ro­dun­gen führ­ten zu Kli­ma­wan­del, die Nähe zum Vieh be­scher­te uns Tu­ber­ku­lo­se, Pest und Wurm­be­fall. Da­für die gan­ze Acke­rei? Zum Glück nä­hert sich die Zahl der in der Land­wirt­schaft Be­schäf­tig­ten der Nach­weis­gren­ze an, und alle Gen­tle­man-Far­mer und Hoch­beet-An­be­te­rin­nen wer­den dar­an nichts än­dern. Heu­te er­nährt ein Land­mann 140 sei­ner Mit­bür­ger, und er macht es in der Re­gel ef­fi­zi­ent und art­ge­recht. Land­luft macht nur frei, wenn an­de­re die Ar­beit ma­chen. Der größ­te Nah­rungs­mit­tel­pro­du­zent der EU ist Frank­reich, und dort ge­hö­ren noch rund zwei­ein­halb Pro­zent der Be­schäf­tig­ten dem Agrar­sek­tor an, mehr ist nicht, mehr Land tut nicht not. In Deutsch­land ar­bei­ten noch 600 000 Men­schen in der Land­wirt­schaft.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 21/2017.