Deutsch­land

Überg­a­be ei­nes »Leo­pard«-Pan­zers an die Bun­des­wehr 2014
Rüstung

Rechnungshof kritisiert Panzer-Deal

Ministerin von der Leyen soll schlechte Konditionen ausgehandelt haben.

Der Bun­des­rech­nungs­hof wirft Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­rin Ur­su­la von der Ley­en (CDU) vor, ihr Haus habe für die Nach­rüs­tung von 104 »Leo­pard«-Pan­zern ei­nen schlech­ten Ver­trag aus­ge­han­delt und er­heb­li­che Ri­si­ken für den Steu­er­zah­ler ak­zep­tiert. In ei­nem ver­trau­li­chen Be­richt be­män­geln die Kon­trol­leu­re, dass nur für die ers­ten drei Ex­em­pla­re Ver­trags­stra­fen fäl­lig wür­den, soll­ten sie ver­spä­tet aus­ge­lie­fert wer­den. Bei den üb­ri­gen Pan­zern vom Typ »Leo­pard 2A7V« wür­de der Staat »ent­ge­gen dem ur­sprüng­li­chen Ver­trags­ent­wurf« leer aus­ge­hen, falls das Un­ter­neh­men Krauss-Maf­f­ei Weg­mann die mo­der­ni­sier­ten Fahr­zeu­ge nicht frist­ge­recht lie­fert. Bei ei­ner Ver­trags­sum­me von über 700 Mil­lio­nen Euro be­tra­ge die Straf­an­dro­hung dem­nach le­dig­lich 700 000 Euro, mo­niert der Rech­nungs­hof. Zu mög­li­chen Lie­fer­schwie­rig­kei­ten kom­men tech­ni­sche Un­wäg­bar­kei­ten. Die Wahr­schein­lich­keit von Leis­tungs­män­geln bei den nach­ge­rüs­te­ten Pan­zern liegt nach ei­ner in­ter­nen Ri­si­ko­ana­ly­se des Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­ri­ums bei 50 Pro­zent. Der Ta­del der Rech­nungs­prü­fer ist umso pein­li­cher für von der Ley­en, weil sie mit dem An­spruch an­trat, die Rüs­tungs­in­dus­trie künf­tig mit hart aus­ver­han­del­ten Ver­trä­gen zu pünkt­li­cher und ein­wand­frei­er Lie­fe­rung zu zwin­gen. »Mit die­sem Pan­zer-Deal lie­fert sich die Bun­des­wehr voll­kom­men der In­dus­trie aus«, sagt der Grü­nen-Haus­halts­ex­per­te To­bi­as Lind­ner. Das Mi­nis­te­ri­um ver­tei­digt sich da­mit, dass Män­gel­an­sprü­che auch nach den all­ge­mei­nen Ge­set­zen gel­tend ge­macht wer­den könn­ten.

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