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Briefe

Verschö­nernde Heimweh-Brille

Nr. 11/2017 Halbmondfinsternis: Erdoğans Deutschland – Geschichte einer Spaltung

„Nicht pro­vo­zie­ren las­sen, auf De­es­ka­la­ti­on set­zen und die Ein­däm­mung der Po­pu­lis­ten ver­stär­ken: Das ist die rich­ti­ge Stra­te­gie der eu­ro­päi­schen De­mo­kra­ten, um ein fried­li­ches Eu­ro­pa zu er­hal­ten.“

1,5 Millionen für Forschung

Nr. 10/2017 In einem Münchner Institut lagerten unentdeckt Gehirnteile von Euthanasie-Opfern – und einem Serienmörder

Die Max-Planck-Ge­sell­schaft fi­nan­ziert ein un­ab­hän­gi­ges For­schungs­pro­jekt, das von uns ge­mein­sam ge­lei­tet wird. Für die­ses Pro­jekt und nicht für die Re­vi­si­on der Ar­chiv­be­stän­de im Max-Planck-In­sti­tut für Psych­ia­trie ste­hen die ge­nann­ten 1,5 Mil­lio­nen Euro zur Ver­fü­gung. Die Re­vi­si­on der Ar­chiv­si­tua­ti­on war eine von der For­scher­grup­pe for­mu­lier­te Vor­aus­set­zung für die Durch­füh­rung des For­schungs­pro­jekts. Das Pro­jekt hat zum Ziel, die­je­ni­gen Men­schen na­ment­lich zu iden­ti­fi­zie­ren, die Op­fer des na­tio­nal­so­zia­lis­ti­schen „Eu­tha­na­sie“-Pro­gramms und an­de­rer NS-Un­recht­sta­ten ge­wor­den sind.

Reißende Flüsse überqueren

Nr. 10/2017 Eltern bringen ihre Kinder gern mit dem Auto zur Schule – und gefährden damit andere

Ganz so ein­fach ist es lei­der nicht, das Ver­kehrs­cha­os vor Schu­len aus­schließ­lich auf He­li­ko­pter­el­tern zu­rück­zu­füh­ren: Tat­säch­lich ha­ben die im­mer län­ger wer­den­den Schul­we­ge zur Fol­ge, dass zu­min­dest Grund­schul­kin­der nicht mehr ohne Wei­te­res zu Fuß zur Schu­le ge­hen kön­nen. Das wur­de je­doch bei der Pla­nung nicht be­rück­sich­tigt. Aus „Ge­wohn­heit“ tun sich die meis­ten El­tern das Cha­os ver­mut­lich eher nicht an, und von „Be­quem­lich­keit“ kann ja wohl kei­ne Rede sein.

Steuertricks und Schlupf­löcher

Nr. 10/2017 Warum hat die Familie Schlecker nach der Pleite ihrer Drogeriekette noch so viel Geld?

In­ter­es­sant dürf­te auch sein, dass es in Deutsch­land und Öster­reich meh­re­re An­ton-Schle­cker-Stra­ßen gab be­zie­hungs­wei­se heu­te noch gibt. Die­se ent­stan­den ge­nau dort, wo der Un­ter­neh­mer ein grö­ße­res Re­gio­nal­la­ger er­rich­ten ließ. Als klei­nes „Dan­ke­schön“ er­war­te­te der In­ves­tor, dass der nach­drück­li­chen Bit­te nach „sei­ner“ Stra­ße nach­ge­kom­men wer­de. So ge­sche­hen auch 1998 in Mel­le. Ein Ver­such der Grü­nen 2013, nach dem Bank­rott von Schle­cker und den Ver­lus­ten an Ar­beits­plät­zen in Mel­le die Stra­ße um­zu­be­nen­nen, schei­ter­te. Mal se­hen, viel­leicht än­dert sich ja dem­nächst et­was.

Das soll Emanzipation sein?

Nr. 10/2017 Polyamorie – ein feministisches Projekt für freie Liebe

Das Kon­zept der Po­ly­amo­rie, als fe­mi­nis­ti­sche Be­frei­ung be­män­telt, er­scheint in Wahr­heit als zu Ende ge­dach­ter Ka­pi­ta­lis­mus. Un­ter per­fek­ter Selbst­op­ti­mie­rung kann sich der / die ein­sa­me Schö­ne auf dem Markt der Mög­lich­kei­ten prä­sen­tie­ren. Büh­ne frei für Selbst­in­sze­nie­rung, Nar­ziss­mus und Bin­dungs­un­fä­hig­keit. Auf der Stre­cke blei­ben ver­läss­li­che Be­zie­hun­gen, die auch bei Krank­heit, Al­ter und Ver­sa­gen Men­schen zu tra­gen ver­mö­gen. Und die Schwächs­ten der Ge­sell­schaft: die Kin­der.

Not bevorteilt Muskelkraft

Nr. 10/2017 Ein Physiker ließ die Welt glauben, ein Vulkanausbruch habe zur Erfindung des Fahrrads geführt – jetzt ist er wohl widerlegt

Mit ver­meint­li­chen Plau­si­bi­li­tä­ten ver­sucht Pietsch das be­stä­ti­gen­de Selbst­zeug­nis des Er­fin­ders zu sei­nem vier­räd­ri­gen Tret­wa­gen aus der Welt zu schaf­fen, das seit mei­ner Drais-Bio­gra­fie von 2003 vor­liegt: „In Kriegs­zei­ten, wo die Pfer­de und ihr Fut­ter oft sel­ten wer­den, könn­te ein sol­cher Wa­gen wich­tig seyn.“ Tech­nik­his­to­risch kann man nach der ka­ta­stro­pha­len Ern­te 1816 „Kriegs­zei­ten“ durch „Hun­gers­zei­ten“ und „Wa­gen“ durch „Zwei­rad“ er­set­zen, denn es galt wie­der: Not be­vor­teilt Mus­kel­kraft.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 12/2017.