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Per­so­na­lien

Bei Königs

Der spa­ni­sche Kö­nig Fe­li­pe VI., 49, und sei­ne Frau, Kö­ni­gin Le­ti­zia, 44, wer­den im Juni auf Staats­be­such nach Groß­bri­tan­ni­en rei­sen – und da­mit eine lan­ge Ab­sti­nenz be­en­den: Seit 30 Jah­ren hat kein spa­ni­scher Mon­arch bri­ti­schen Bo­den of­fi­zi­ell be­tre­ten. Die Be­zie­hun­gen der bei­den Län­der sind be­las­tet, der Sta­tus von Gi­bral­tar gibt im­mer wie­der An­lass zu Ver­stim­mun­gen. Fe­li­pes El­tern boy­kot­tier­ten 1981 die Hoch­zeits­fei­er von Prinz Charles und Lady Dia­na, weil das Paar an­ge­kün­digt hat­te, ei­nen Teil sei­ner Flit­ter­wo­chen auf Gi­bral­tar zu ver­brin­gen. Fe­li­pe und Le­ti­zia wa­ren schon im ver­gan­ge­nen Jahr mit der Queen ver­ab­re­det, muss­ten je­doch we­gen der po­li­tisch heik­len Lage in Spa­ni­en kurz­fris­tig ab­sa­gen. Der neue Ter­min hat ei­nen viel be­ach­te­ten Ne­ben­ef­fekt: Der ver­ein­bar­te Staats­be­such Do­nald Trumps im Ver­ei­nig­ten Kö­nig­reich kann nun wohl frü­hes­tens An­fang Ok­to­ber statt­fin­den. Schon im Ja­nu­ar star­te­ten Bri­ten eine On­line­pe­ti­ti­on, um ei­nen Be­such des US-Prä­si­den­ten zu ver­hin­dern. Bis­lang gibt es 1,8 Mil­lio­nen Un­ter­zeich­ner.

Mätressen-Jäger

Je­der fünf­te chi­ne­si­sche Ehe­mann be­trügt nach ei­ner ak­tu­el­len Stu­die sei­ne Frau – eine Sta­tis­tik, aus der Shu Xin, 49, ein Ge­schäft ge­macht hat, das er nun an die Bör­se bringt. Der Un­ter­neh­mer aus Shang­hai setzt psy­cho­lo­gisch ge­schul­te Frau­en dar­auf an, Mä­tres­sen aus dem Weg zu räu­men. Nicht phy­sisch, son­dern mit „maß­ge­schnei­der­ten Lö­sun­gen zur Ret­tung der Ehe“, wie es in dem Emis­si­ons­pro­spekt von Shus Fir­ma heißt. Sei­ne Agen­tin­nen su­chen schein­bar zu­fäl­li­gen Kon­takt zu den Lieb­ha­be­rin­nen, bau­en eine Freund­schaft mit ih­nen auf und über­re­den sie dann, sich vom Mann ih­rer Auf­trag­ge­be­rin zu tren­nen. Der sen­si­ble Ser­vice kos­tet im Durch­schnitt bis zu 8000 Euro, bei Miss­er­folg wird die Sum­me zu­rück­er­stat­tet. Das Un­ter­neh­men hat be­reits mehr als 50 Nie­der­las­sun­gen in Chi­na und ret­te „je­des Jahr etwa 5000 Ehen“, sagt Shu. Das Ziel sei stets, der be­tro­ge­nen Ehe­frau da­bei zu hel­fen, „ihr Ge­sicht, ihre Stel­lung, ihr Geld und ihre Fa­mi­lie zu wah­ren“. Die Aus­sich­ten für sei­nen Bör­sen­gang ste­hen gut: Es sind vor al­lem Frau­en ver­mö­gen­der Män­ner, die Shus Diens­te su­chen, und Chi­nas Schei­dungs­ra­te steigt ra­sant. Mit jähr­lich 2,8 Schei­dun­gen pro 1000 Ein­woh­ner liegt sie be­reits über der vie­ler eu­ro­päi­scher Staa­ten (Deutsch­land: 2,0).

1992

Die Diva

Zeit ih­res Le­bens fühl­te sie sich ver­kannt, jetzt er­fährt die Mu­si­ke­rin Nina Si­mo­ne, 1933 bis 2003, pos­tum eine be­son­de­re Ehre. Das Haus, in dem die „Ho­he­pries­te­rin des Soul“ und Bür­ger­rechts­ak­ti­vis­tin auf­wuchs, ist von vier Künst­lern ge­kauft wor­den, die den Ort wie­der zum Le­ben er­we­cken wol­len. Für 95 000 Dol­lar wech­sel­te das Ge­bäu­de in Try­on, North Ca­ro­li­na, ge­ra­de den Be­sit­zer. Der bis­he­ri­ge Ei­gen­tü­mer woll­te zwar gern ein Mu­se­um er­rich­ten, we­gen fi­nan­zi­el­ler Pro­ble­me muss­te er sei­nen Plan aber auf­ge­ben. Er hat das Haus his­to­risch re­stau­rie­ren las­sen, so­dass es wie in den Drei­ßi­ger­jah­ren aus­sieht, als Nina mit ih­ren sie­ben Ge­schwis­tern und ih­ren El­tern dort leb­te. Bis heu­te wird Si­mo­ne als gro­ße Aus­nah­me­künst­le­rin ver­ehrt, sie galt als ge­ni­al, aber auch als cha­rak­ter­lich „schwie­rig“, we­nig an­ge­passt, kurz­um: di­ven­haft. Den Ruf pfleg­te sie selbst, in­dem sie zum Bei­spiel in ih­rer Au­to­bio­gra­fie er­klär­te: „Das Pu­bli­kum hat mich aus­ge­sucht, nicht ich das Pu­bli­kum. Soll­te es ein Pro­blem mit mir ha­ben, braucht es gar nicht erst zu kom­men.“

Hai mit Pasta

Der bri­ti­sche Künst­ler Da­mi­en Hirst gilt nicht nur als in­no­va­tiv und pro­vo­kant, er ist auch be­rühmt für sei­ne Ge­schäfts­tüch­tig­keit. Sei­ne Prei­se bra­chen im­mer wie­der Re­kor­de. Da­von pro­fi­tiert nun ein ve­ne­zia­ni­scher Re­stau­rant­be­sit­zer. Gio­van­ni Fra­cas­si be­treibt das Da Ivo, wo Ge­or­ge Cloo­ney sei­nen Jung­ge­sel­len­ab­schied fei­er­te und Hirst kürz­lich Pas­ta aß. Der Gast, der zur­zeit in Ve­ne­dig sei­ne ers­te Aus­stel­lung nach zehn Jah­ren vor­be­rei­tet, war of­fen­bar zu­frie­den: Er hin­ter­ließ ein wit­zi­ges Por­trät Fra­cas­sis, vor des­sen Nase ein Hai her­um­schwimmt. Der Wirt sagt, ein ja­pa­ni­scher Samm­ler habe be­reits 250 000 Pfund für die Zeich­nung ge­bo­ten. In der Ver­gan­gen­heit war Hirst vor­ge­wor­fen wor­den, sei­ne Wer­ke sei­en nur­mehr eine kom­mer­zi­el­le Mar­ke, künst­le­risch ohne Be­deu­tung. Ver­kau­fen wol­le er die Zeich­nung aber nicht, sagt der Re­stau­rant­be­trei­ber, das ge­hö­re sich nicht für ein Ge­schenk. Und: „Im Mo­ment brau­che ich kein Geld, ich glau­be auch, dass der Wert noch steigt.“

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 12/2017.