>

Elke Schmit­terBes­ser weiß ich es nicht

Unnützes Wissen

Von Jane Aus­ten wis­sen wir nicht nur, dass sie scheu mit ih­rem Na­men um­ging (ihre Bü­cher er­schie­nen mit der Au­tor­schaft „by a lady"), sich nie­mals ver­lob­te und im länd­li­chen Süd­eng­land zu Zei­ten Ge­orgs IV. und Na­po­le­ons das ins­ge­samt nicht un­kom­for­ta­ble, aber doch ein­ge­schränk­te Le­ben ei­ner Toch­ter, Schwes­ter und Tan­te führ­te. Wir wis­sen auch, dass sie mit all die­sen Be­schrän­kun­gen höchst pro­duk­ti­ven Um­gang pfleg­te: Die An­ony­mi­tät – aus Grün­den der Sitt­lich­keit rat­sam – be­rei­te­te ihr still lä­cheln­des Ver­gnü­gen, Ehe- und Kin­der­lo­sig­keit be­scher­ten ihr freie Zeit zum Schrei­ben, und aus ih­rer Un­ver­strickt­heit in Päd­ago­gik- und Be­zie­hungs­pro­ble­me (von min­des­tens ei­ner un­glück­li­chen Lie­be, wie sie zur Er­zie­hung des Her­zens ge­hört, ein­mal ab­ge­se­hen) ent­wi­ckel­te sich eine so klu­ge wie nüch­ter­ne Be­ob­ach­tungs­ga­be. Vor al­lem aber mach­te sie aus der Be­grenzt­heit ih­rer Welt­er­kun­dungs­mög­lich­kei­ten eine li­te­ra­ri­sche Tu­gend: Sie schrieb aus­nahms­los über Din­ge, von de­nen sie et­was ver­stand. So gibt es in ih­ren sechs Ro­ma­nen kei­ne ein­zi­ge Sze­ne, in der Män­ner un­ter sich sind.

Sie lesen die Vorschau

Sie haben diese Ausgabe bereits gekauft oder ein digitales Abo? Dann melden Sie sich mit Ihrer SPIEGEL-ID an, um den vollständigen Artikel zu lesen.

Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 12/2017.