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Deutsch­land

So­li­da­ri­täts­kund­ge­bung für Yücel Ende Fe­bru­ar in Ber­lin

Fall Yücel

Ankara hält Versprechen nicht ein

Türkei verwehrt weiter Zugang zu deutschem Journalisten in Haft.

Trotz per­sön­li­cher Zu­sa­gen ver­hin­dert die tür­ki­sche Re­gie­rung noch im­mer den Kon­takt deut­scher Di­plo­ma­ten zum in­haf­tier­ten deut­schen Jour­na­lis­ten Deniz Yücel. Die Bun­des­re­gie­rung be­müht sich seit Wo­chen dar­um, dass ihre Ver­tre­ter Yücel im Ge­fäng­nis be­su­chen kön­nen. Be­reits am 27. Fe­bru­ar schick­te die deut­sche Bot­schaft in An­ka­ra eine Ver­bal­no­te an das tür­ki­sche Au­ßen­mi­nis­te­ri­um. Die Bit­te wur­de mit der Be­grün­dung ab­ge­lehnt, dass Yücel auch die tür­ki­sche Staats­bür­ger­schaft be­sit­ze und da­her kei­nen Rechts­an­spruch auf kon­su­la­ri­sche Be­treu­ung habe. In ei­nem Te­le­fo­nat mit Bun­des­kanz­le­rin An­ge­la Mer­kel am 4. März ver­sprach Mi­nis­ter­prä­si­dent Bi­na­li Yıl­dırım den­noch, dass deut­sche Di­plo­ma­ten Yücel be­su­chen könn­ten. Doch bis Re­dak­ti­ons­schluss am Don­ners­tag­abend pas­sier­te nichts. „Es wäre ent­täu­schend, wenn wir uns auf ein Wort des tür­ki­schen Mi­nis­ter­prä­si­den­ten nicht mehr ver­las­sen kön­nen“, sagt Au­ßen­mi­nis­ter Sig­mar Ga­bri­el dem SPIEGEL. Ob­wohl sein Mi­nis­te­ri­um eine wei­te­re Ver­bal­no­te sand­te und der deut­sche Bot­schaf­ter mehr­mals bei der tür­ki­schen Re­gie­rung vor­sprach, re­agier­te An­ka­ra nicht. Mit­te der Wo­che hat Ga­bri­el selbst mit dem Au­ßen­mi­nis­ter Mev­lüt Çavuşoğlu ge­spro­chen, die­ser habe ihm „zu­ge­si­chert, sich wei­ter für ei­nen kon­su­la­ri­schen Zu­gang ein­zu­set­zen“. Bis­lang habe man auf ein ge­ge­be­nes Wort ver­trau­en kön­nen, so Ga­bri­el: „Ich set­ze dar­auf, dass das so bleibt.“ An­ge­sichts der Zu­stän­de in der tür­ki­schen Jus­tiz brau­che es „un­be­dingt eine Mög­lich­keit, die Haft­be­din­gun­gen von Deniz Yücel zu über­prü­fen“, sagt der Grü­nen-Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te Özcan Mut­lu, des­sen An­trag, Yücel zu be­su­chen, eben­falls igno­riert wur­de.

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