UTOPIEN

Die 60er-Jahre waren ein Jahrzehnt des Aufbruchs, vor allem im Denken. Gibt es ein Leben jenseits der Profitmaximierung? Auch im 21. Jahrhundert sind die Menschen noch auf der Suche. Sie lebt weiter, die Sehnsucht nach Utopien.
Von Elke Schmitter

Im Juli 1967 kam Her­bert Mar­cu­se aus Ka­li­for­ni­en nach Ber­lin. Ein Phi­lo­soph der Hoff­nung, ein jü­di­scher Emi­grant, der mit Freud und Marx im Kopf und der Lie­be zur Re­vo­lu­ti­on in der See­le für eine uto­pi­sche Zu­kunft stritt, strikt aus­ge­hend von der Ge­gen­wart: Längst sind wir so weit, so sein Ar­gu­ment, die Mensch­heit aus dem Zeit­al­ter der Not­wen­dig­keit in das der Frei­heit zu füh­ren. Der wis­sen­schaft­li­che Fort­schritt und der ent­wi­ckel­te Ka­pi­ta­lis­mus schu­fen Ver­hält­nis­se, in de­nen das ma­te­ri­el­le Elend ab­ge­schafft wer­den kann. In de­nen kein Er­den­be­woh­ner mehr hun­gern oder an heil­ba­ren Krank­hei­ten ster­ben müss­te. In de­nen au­ßer­dem die Pro­duk­ti­on der not­wen­di­gen Gü­ter sich so weit ra­tio­na­li­sie­ren lie­ße, dass das Le­ben des durch­schnitt­li­chen Men­schen end­lich mehr sein könn­te als Schuf­te­rei, um zu über­le­ben, und sei­ne Kin­der vor­zu­be­rei­ten, un­ter dem­sel­ben Schick­sal zu lei­den.

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