Haus­mit­tei­lung

An Kon­zep­ti­on und Ge­stal­tung des Son­der­teils die­ser Aus­ga­be be­tei­ligt: Lay­ou­ter Mi­cha­el Abke, Bild­re­dak­teu­rin Anke Well­nitz, Re­dak­teu­rin­nen Anke Dürr, Bar­ba­ra Supp, Gra­fi­ker Mi­cha­el Wal­ter

Für Wil­ly Brandt war es ein »Scheiß­blatt«;SPIEGEL-Jour­na­lis­ten, sag­te Hel­mut Schmidt, sei­en »Ge­schmeiß«. Hel­mut Kohl, Schmidts Nach­fol­ger, be­fand: »Scha­d' fürs Geld« – uns hat das nie ge­stört, im Ge­gen­teil. Seit Ru­dolf Augstein im Ja­nu­ar 1947 die ers­te Aus­ga­be des Nach­rich­ten-Ma­ga­zins DER SPIEGEL her­aus­brach­te, gilt: Al­lein sei­nen Le­sern ist der SPIEGEL ver­pflich­tet, er kuscht vor kei­ner Au­to­ri­tät, er kri­ti­siert auch jene, die er zu sei­nen Freun­den zählt.

Weil der SPIEGEL am 4. Ja­nu­ar ei­nen run­den Ge­burts­tag fei­ert, ist dies ein be­son­de­res Heft ge­wor­den. Die Re­dak­ti­on schaut zu­rück und blickt nach vorn, fei­ert (ein biss­chen) sich selbst – und macht an­sons­ten, was sie im­mer ge­macht hat: re­cher­chie­ren und ein­ord­nen, ge­wich­ten und prü­fen, ana­ly­sie­ren, auf­de­cken und be­schrei­ben. In ei­ner Zeit, die von Fake News, Ver­schwö­rungs­theo­re­ti­kern und Ver­ein­fa­chern ge­prägt wird, viel­leicht nicht die schlech­tes­te Idee von Jour­na­lis­mus. »Sa­gen, was ist«, so steht es in me­tal­le­nen Let­tern in der Ein­gangs­hal­le des Ham­bur­ger SPIEGEL-Ge­bäu­des, ein Aus­spruch Ru­dolf Augsteins, Ver­mächt­nis und An­sporn. Und weil es dazu Dis­tanz und Un­ab­hän­gig­keit braucht – in­tel­lek­tu­ell, öko­no­misch und po­li­tisch so­wie­so –, ord­net das Ju­bi­lä­ums­heft die SPIEGEL-Jah­re in Jahr­zehn­te. Denn erst im Nach­hin­ein wird deut­lich, wie sich De­tails zu Mus­tern und Be­ob­ach­tun­gen zu Trends fü­gen.

In die­ser Aus­ga­be wid­met sich der SPIEGEL auf 66 Son­der­sei­ten (be­treut von den Re­dak­teu­rin­nen Anke Dürr und Bar­ba­ra Supp) un­ter an­de­rem dem Ju­bi­lä­um und den gro­ßen The­men Um­welt, Ter­ror und Uto­pi­en. Zahl­rei­che Kol­le­gen be­schrei­ben, was den SPIEGEL da­mals be­wegt hat – und was heu­te mög­li­cher­wei­se neue Ak­tua­li­tät ge­winnt. In der Ti­tel­ge­schich­te geht Ull­rich Ficht­ner des­halb der Fra­ge nach, ob mög­li­cher­wei­se eine Re­vo­lu­ti­on be­vor­ste­he.

Mit Heft 2/​2017 star­tet eine drei­tei­li­ge Se­rie mit Bei­trä­gen zu der SPIEGEL-Spra­che, den SPIEGEL-Kri­ti­kern und der Wir­kung des SPIEGEL. Der Aus­ga­be, die am 7. Ja­nu­ar er­scheint, wird eine DVD bei­lie­gen: Ein Film von SPIEGEL TV zeigt, wie das Ma­ga­zin ge­macht wird und wie sich in­ves­ti­ga­ti­ver Jour­na­lis­mus im Lauf der Jahr­zehn­te ge­wan­delt hat. Auf SPIEGEL ON­LINE gib­t's au­ßer­dem das Ge­winn­spiel »7 mal 10«. Für SPIEGEL-Le­ser be­ginnt es be­reits mit die­ser Aus­ga­be, hier geht es zu den ers­ten zehn Fra­gen.

Na­tür­lich er­scheint zum Ju­bi­lä­um auch ein Buch: Klaus Brink­bäu­mer, Hau­ke Jans­sen und Cor­dt Schnib­ben spie­geln deut­sche Ge­sell­schaft und den Wel­ten­lauf in der Er­folgs­ge­schich­te des Ma­ga­zins, sei­nen wich­tigs­ten Sco­ops, Es­says und Sto­rys. Das Buch ist ab 11. Ja­nu­ar im Han­del er­hält­lich.