Alter Meister

Der Münch­ner Schrift­stel­ler Be­ne­dict Wells, Jahr­gang 1984, ist ein li­te­ra­ri­sches Wun­der­kind. Be­reits im Al­ter von Mit­te zwan­zig ge­lang ihm ein Best­sel­ler, Becks letz­ter Som­mer, der mit Chris­ti­an Ul­men ver­filmt wur­de. Für Fast ge­ni­al, die Ge­schich­te ei­nes jun­gen Man­nes auf Va­ter­su­che, wur­de der Au­tor 2011 auch von Kri­ti­kern ge­fei­ert. Vom Ende der Ein­sam­keit, Well­s' neu­er Ro­man, ist sein bis­her am­bi­tio­nier­tes­tes Werk: die Chro­nik ei­ner Fa­mi­lie, nach­ge­zeich­net über mehr als drei Jahr­zehn­te. Der Icher­zäh­ler, ein Mann na­mens Ju­les, blickt mit An­fang vier­zig vol­ler Weh­mut auf sein Le­ben und das sei­ner Fa­mi­lie zu­rück. Das be­rühm­te Dik­tum aus Tol­stois Klas­si­ker Anna Ka­reni­na, wo­nach „jede un­glück­li­che Fa­mi­lie auf ihre be­son­de­re Wei­se un­glück­lich“ sei, trifft Ju­les be­reits als Kind. Als er elf Jah­re alt ist, ster­ben sei­ne El­tern bei ei­nem Au­to­un­fall. „Es schien Fa­mi­li­en zu ge­ben, die vom Schick­sal ver­schont blie­ben, und an­de­re, die das Un­glück auf sich zo­gen, und in die­ser Nacht frag­te ich mich, ob mei­ne Fa­mi­lie auch so eine war“, schreibt Wells. Ge­mein­sam mit sei­nen bei­den äl­te­ren Ge­schwis­tern Liz und Mar­ty muss Ju­les ins In­ter­nat. Liz „be­nahm sich zu je­der Zeit, als stün­de sie auf ei­ner Büh­ne“;

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 9/2016.