Per­so­na­lien

Wundertüte

Mit No­mi­nie­run­gen kennt sich die in New York ge­bo­re­ne iri­sche Schau­spie­le­rin Sao­ir­se Ro­n­an, 21, be­reits gut aus: Schon 2008 war sie für ihre Rol­le in »Ab­bit­te« als os­car­wür­di­ge bes­te Ne­ben­dar­stel­le­rin ge­han­delt wor­den; sie war no­mi­niert für Gol­den Glo­bes, Baf­t­as – und in die­sem Jahr steht ihr Name wie­der auf der Os­car­lis­te, dies­mal als mög­li­che bes­te Haupt­dar­stel­le­rin in dem Film »Brook­lyn – Eine Lie­be zwi­schen zwei Wel­ten«. Als Os­car­no­mi­nier­te er­fährt man nicht nur viel Auf­merk­sam­keit und zer­bricht sich den Kopf dar­über, was man zur Fei­er der Ver­lei­hung an­zie­hen soll. Am Tag der Wahr­heit er­hält auch jede Per­son, die auf der ma­gi­schen Lis­te steht, eine »Goo­die Bag«, eine Ge­schen­ke­tü­te. Als po­ten­zi­el­le Os­car­ge­win­ne­rin darf sich Ro­n­an auf Ga­ben im Wert von ins­ge­samt 220 000 Dol­lar freu­en, dar­un­ter Lu­xus­klo­pa­pier aus der Schweiz für mehr als 250 Dol­lar, Ge­sicht­screme auf Le­bens­zeit und eine Rei­se nach Is­ra­el, de­ren Boy­kott schon jetzt von pa­läs­ti­nen­si­schen Ak­ti­vis­ten ge­for­dert wird. In der Ga­ben­ta­sche für die Bafta-No­mi­nier­ten, zu de­nen Ro­n­an auch in die­sem Jahr ge­hör­te, wa­ren prak­ti­sche­re Din­ge. Zum Bei­spiel ein Ta­schen­tuch, ge­eig­net zum Trock­nen von Trä­nen so­wohl der Freu­de als auch der Trau­er.

Bulgarische Pläne

Weib­lich, ost­eu­ro­pä­isch, di­plo­ma­tisch er­fah­ren: Iri­na Bo­ko­wa, 63, Ge­ne­ral­di­rek­to­rin der Unesco, re­prä­sen­tiert idea­le Ei­gen­schaf­ten ei­ner zu­künf­ti­gen Uno-Ge­ne­ral­se­kre­tä­rin. Fol­ge­rich­tig wur­de die bul­ga­ri­sche Po­li­ti­ke­rin jetzt von ih­rer Re­gie­rung als mög­li­che Nach­fol­ge­rin von Ban Ki Moon be­nannt, der Ende des Jah­res sein Amt nie­der­legt. Ganz so ide­al er­scheint die Per­so­na­lie ame­ri­ka­ni­schen Di­plo­ma­ten al­ler­dings nicht: Es heißt, Bo­ko­wa habe die USA ver­är­gert, als sie in ih­rer Rol­le als Unesco-Che­fin Pa­läs­ti­na als Staat an­er­kann­te. Au­ßer­dem zeigt Bo­ko­wa im­mer wie­der Ver­bun­den­heit mit Russ­lands Prä­si­dent Wla­di­mir Pu­tin, 63. Die bul­ga­ri­sche So­zia­lis­tin war eine der we­ni­gen hoch­ran­gi­gen Aus­län­der, die im Mai 2015 an Pu­tins gi­gan­ti­scher Mi­li­tär­pa­ra­de zum »Tag des Sie­ges« der So­wjet­uni­on im Zwei­ten Welt­krieg teil­nahm. Bo­ko­wa saß auf der Tri­bü­ne ne­ben Ku­bas Prä­si­dent Raúl Cas­tro und Chi­nas Staats­chef Xi Jin­ping. West­li­che Po­li­ti­ker mie­den die Ver­an­stal­tung. Im Ren­nen um die Ban-Ki-Moon-Nach­fol­ge po­si­tio­nie­ren sich jetzt auch die kroa­ti­sche und die frü­he­re mol­daui­sche Au­ßen­mi­nis­te­rin – Er­geb­nis of­fen.

Hitlers Saboteur

Die Her­aus­ge­ber der kri­ti­schen Edi­ti­on von Adolf Hit­lers »Mein Kampf«, ein Team um den Münch­ner His­to­ri­ker Chris­ti­an Hart­mann, ha­ben in der Pro­pa­gan­da­schrift ei­nen Feh­ler ent­deckt, bei dem es sich of­fen­bar um Sa­bo­ta­ge han­delt. In der Auf­la­ge von 1933 hat ein bis­her un­be­kann­ter Be­ar­bei­ter – ver­mut­lich ein Ver­lags­mit­ar­bei­ter oder Set­zer – eine re­gime­kri­ti­sche Ände­rung vor­ge­nom­men. Es geht um die an­ti­ka­tho­li­sche »Los-von-Rom-Be­we­gung« des Öster­rei­chers Ge­org von Schö­ne­rer. Hit­ler schrieb in der Ori­gi­nal­fas­sung: »Er (Schö­ne­rer –Red.) nahm den Kampf ge­gen die Kir­che auf in der Über­zeu­gung, nur durch ihn al­lein das deut­sche Volk noch ret­ten zu kön­nen. Die ,Los-von-Rom-Be­we­gun­g' schien das ge­wal­tigs­te, aber auch schwers­te An­griffs­ver­fah­ren, das die feind­li­che Hoch­burg zer­trüm­mern muß­te.« Der Sa­bo­teur er­setz­te »Los von Rom« durch »Los von Ber­lin«. »Mein Kampf« wur­de in Mün­chen pro­du­ziert, of­fen­kun­dig träum­te der un­be­kann­te Hit­ler-Geg­ner da­von, Bay­ern möge das »Drit­te Reich« ver­las­sen.

Zorros Kleider

Nun also auch er: An­to­nio Ban­de­ras, 55, hat ein Haus in Groß­bri­tan­ni­en ge­kauft. Er folgt da­mit dem Bei­spiel von Hol­ly­wood­kol­le­gen wie Ge­or­ge Cloo­ney, Ni­co­las Cage und Cate Blan­chett, die eben­falls in letz­ter Zeit mit be­mer­kens­wer­ten Im­mo­bi­li­en von sich re­den mach­ten. Der spa­ni­sche Schau­spie­ler ("Die Mas­ke des Zor­ro") er­warb im ver­gan­ge­nen Jahr ein mo­der­nes Fer­tig­haus, das von ei­ner deut­schen Fir­ma stammt. Gleich­zei­tig lief sein Schei­dungs­pro­zess, seit De­zem­ber ist er von Me­la­nie Grif­fith rechts­kräf­tig ge­schie­den. Das 2,4 Mil­lio­nen Pfund teu­re neue Heim, das Ban­de­ras sich mit sei­ner deutsch-hol­län­di­schen Freun­din Ni­co­le Kim­pel, 36, teilt, liegt in der Graf­schaft Sur­rey, nahe der Stadt Cob­ham. Die Ge­gend wird Bri­tan­ni­ens Be­ver­ly Hills ge­nannt, weil so vie­le Su­per­rei­che dort woh­nen: Das Ein­kom­men­steu­er­auf­kom­men ist das höchs­te im gan­zen Land. Ban­de­ras fin­det Sur­rey »kom­plett ma­gisch«, er sei kein Par­ty­typ mehr, son­dern ge­nie­ße lie­ber die Na­tur und ar­bei­te an sei­nen Tex­ten, des­halb sei er hier so gut auf­ge­ho­ben. Er plant für min­des­tens fünf Jah­re dort zu blei­ben, so lan­ge dau­ert sein Mo­de­de­sign­stu­di­um, das er ge­ra­de in Lon­don be­gon­nen hat. Ban­de­ras be­rei­tet sei­ne ers­te Kol­lek­ti­on vor.

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