Entfremdet

Literatur Im Roman »Der Fall Meursault« verschafft Kamel Daoud dem ermordeten Araber aus Albert Camus' »Der Fremde« eine Identität – und erzählt von der Krise der islamischen Welt.

Au­tor Daoud

In Al­ge­ri­en, be­merk­te Ka­mel Daoud ein­mal, gebe es drei Re­li­gio­nen: Is­lam, Chris­ten­tum und Al­bert Ca­mus. Er er­gänz­te sei­ne iro­ni­sche Be­mer­kung mit dem Hin­weis, dass auch die Ca­mus-Re­li­gi­on ihre Ho­he­pries­ter, Schrift­ge­lehr­ten und na­tür­lich ihre Pil­ger habe. Und so ei­ner saß dann mal bei ihm, in der Re­dak­ti­on des »Quo­ti­di­en d'Oran«, wo Daoud, 45, als Lei­ten­der Re­dak­teur und Ko­lum­nist ar­bei­tet. Es war ein fran­zö­si­scher Jour­na­list, der sei­nen al­ge­ri­schen Kol­le­gen mit Fra­gen be­dräng­te: Wird Ca­mus in Al­ge­ri­en als Al­ge­ri­er ge­se­hen? Ist er mehr Fran­zo­se oder mehr Al­ge­ri­er? Fra­gen, die, so sieht es Daoud, die uni­ver­sel­le Di­men­si­on des Li­te­ra­tur­no­bel­preis­trä­gers igno­rie­ren und nir­gends hin­füh­ren.

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