Haus­mit­tei­lung

Shafy, Ju­beir, Zand in Mün­chen

Es ging hek­tisch zu wäh­rend der Si­cher­heits­kon­fe­renz in Mün­chen, auch im Foy­er des Wes­tin Grand Ho­tel, wo die SPIEGEL-Re­dak­teu­re Sa­mi­ha Shafy und Bern­hard Zand auf Adel al-Ju­beir war­te­ten, den Au­ßen­mi­nis­ter Sau­di-Ara­bi­ens. Mal lief der Kö­nig von Jor­da­ni­en mit ei­li­gen Schrit­ten vor­bei, mal Staf­fan de Mis­tu­ra, der Son­der­ge­sand­te der Ver­ein­ten Na­tio­nen für Sy­ri­en. Es galt, eine Waf­fen­ru­he für Sy­ri­en aus­zu­han­deln; es galt, wi­der­strei­ten­de In­ter­es­sen in Ein­klang zu brin­gen – und den Po­li­ti­kern war an­zu­se­hen, wie ner­ven­auf­rei­bend das war. Schon in den Ta­gen vor der Si­cher­heits­kon­fe­renz hat­ten Shafy und Zand aus­führ­lich Ge­le­gen­heit ge­habt, den ge­hetz­ten Ar­beits­all­tag des Mi­nis­ters aus der Nähe zu be­ob­ach­ten – in Riad, wo das Tref­fen zu­nächst statt­fin­den soll­te. Als Ju­beir schließ­lich zum In­ter­view be­reit war, er­leb­ten sie ei­nen Po­li­ti­ker, der in al­ler Freund­lich­keit har­te Po­si­tio­nen ver­tritt: Er ver­tei­digt den Wah­ha­bis­mus und dra­ko­ni­sche Stra­fen für Kri­mi­nel­le eben­so ent­schlos­sen wie Peit­schen­hie­be für Re­gime­kri­ti­ker. zum Ar­ti­kel


Smoltc­zyk bei Pa­ris

Be­vor der Bat­a­clan-Ter­ro­rist Samy Ami­mour nach Sy­ri­en ver­schwand, um sich zum Mas­sen­mör­der aus­bil­den zu las­sen, ar­bei­te­te er als Bus­fah­rer, in Pa­ris, auf der Li­nie 148. Tag für Tag chauf­fier­te er sei­nen Bus quer durch die nörd­li­che Ban­lieue. Alex­an­der Smoltc­zyk fuhr die Stre­cke ab, wie­der und wie­der, und ent­deck­te im Nah­be­reich des öf­fent­li­chen Per­so­nen­ver­kehrs ein Frank­reich, das schwer an sei­nen An­sprü­chen und Le­gen­den lei­det. »Von Hal­te­stel­le zu Hal­te­stel­le wird man tie­fer in eine Welt ge­zo­gen, die we­nig mit dem Pa­ris der Tou­ris­ten zu tun hat«, sagt Smoltc­zyk. »Je­der Stopp er­zählt eine Ge­schich­te, und man­che sind so un­fass­bar wie die Tat des Samy Ami­mour.« zum Ar­ti­kel


Gut ist heu­te nicht mehr gut ge­nug: Un­ab­läs­sig sol­len Men­schen an sich ar­bei­ten, um fit­ter, schö­ner, er­folg­rei­cher zu wer­den. Doch mit die­ser Op­ti­mie­rungs­kul­tur set­zen wir uns un­nö­tig un­ter Druck, ris­kie­ren, un­zu­frie­den zu wer­den und zu schei­tern. Des­halb zeigt die ak­tu­el­le SPIEGEL-WIS­SEN-Aus­ga­be »Ich bin ich« Wege zu in­ne­rem Ein­klang: Body-Ak­ti­vis­ten kämp­fen ge­gen ty­ran­ni­sche Schön­heits­nor­men, Be­rufs­an­fän­ger ver­wei­gern die Kar­rie­re um je­den Preis, und die Phi­lo­so­phin Re­bek­ka Rein­hard emp­fiehlt, das ei­ge­ne Le­ben re­gel­mä­ßig zu über­prü­fen. Das neue Heft ist ab Diens­tag, 23. Fe­bru­ar, im Han­del.