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Über­for­de­rung

Stiefvater Staat

Kinder sind besondere Flüchtlinge, allein in Berlin sind binnen eines Jahres 3000 unbegleitete Minderjährige angekommen. Ein Jugendamt im Süden der Stadt ist theoretisch für sie zuständig. Praktisch sind die Beamten am Ende.
Von Dialika Neufeld

Flüchtling Clinton in Brandenburg: Der wohl teuerste Jugendliche seines Amts DJAMILA GROSSMAN / Der Spiegel

Im zwei­ten Stock ei­nes Back­stein­baus in Ste­glitz-Zeh­len­dorf, dort wo Ber­lin ge­putzt ist und lei­se, zwi­schen Stadt­vil­len und ho­hen Bäu­men, weit weg von der Wirk­lich­keit ei­nes Asyl­be­wer­ber­le­bens, steht in Zim­mer 202 der Ak­ten­schrank, in dem Da­ni­lo van der Hei­de ver­sucht, den Wahn­sinn zu ver­stau­en. Der Schrank ist creme­far­ben, kom­pakt, manns­hoch, dar­in hän­gen, zwi­schen grü­nen Papp­de­ckeln auf Pa­pier ge­bannt, die Le­ben von 800 Flücht­lings­kin­dern. Ohne El­tern sind sie in Ber­lin, man­che 10, man­che 16 Jah­re alt. Sie wa­ren al­lein, als sie ins Schlauch­boot stie­gen; sie sind al­lein, wenn nachts die schwar­zen Träu­me in die Stock­bet­ten ih­rer Un­ter­kunft kom­men.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 7/2016.