Mar­kus Fel­den­kir­chen Der ge­sun­de Men­schen­ver­stand

SPD ohne Duzen

Wenn His­to­ri­ker spä­ter die Fra­ge be­ant­wor­ten müs­sen, wer den Nie­der­gang der deut­schen So­zi­al­de­mo­kra­tie ver­schul­det hat, wer­den sie bei Klaus Ul­bricht aus Kö­pe­nick lan­den. Nicht bei Ger­hard Schrö­der mit sei­ner Agen­da 2010, nicht bei Os­kar La­fon­tai­ne mit sei­ner Agen­da 1891. Da­bei hat­te es Ul­bricht, der mit Wal­ter we­der ver­wandt noch ver­schwä­gert ist, nur gut ge­meint, als er An­ge­la Mer­kel im Herbst 1989 zu ei­ner Ver­an­stal­tung der So­zi­al­de­mo­kra­ten mit­nahm. „Wir bei­de in­ter­es­sier­ten uns für die SPD, weil die­se ein Pro­gramm hat­te“, ver­riet Ul­bricht spä­ter. Ob­wohl er selbst an je­nem Abend Mit­glied wur­de und spä­ter so­gar Be­zirks­bür­ger­meis­ter, er­mun­ter­te er Mer­kel, sich noch bei an­de­ren Par­tei­en um­zu­se­hen. Er ver­wies auf den neu­en Plu­ra­lis­mus, den Wett­be­werb der Par­tei­en. Aus de­mo­kra­ti­scher Sicht war das vor­bild­lich, aus so­zi­al­de­mo­kra­ti­scher eine Rie­se­ne­se­lei.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 7/2016.