Kultur

Kiess­ling-Werk „Zeit­kap­sel“, 2015
Graffiti-Galerie

Helden der Straße

Für ei­ni­ge sind es Schmie­re­rei­en, für an­de­re sind sie die sub­ver­si­ve Kunst der Stra­ße: Graf­fi­ti ge­hö­ren fast über­all zum Stadt­bild und wer­den trotz­dem nie­mals Main­stream sein. Ob­wohl Sze­ne­grö­ßen wie Bank­sy ur­ba­nen Künst­lern zu mehr Se­rio­si­tät ver­hol­fen ha­ben, wer­den ge­sprüh­te Kunst­wer­ke nur sel­ten ernst ge­nom­men. Umso trau­ri­ger ist es da, dass nun mit der OZM Art Space Gal­le­ry in Ham­burg ei­ner der we­ni­gen Orte schließt, an de­nen ge­nau das ge­schieht. Der Künst­ler und Mu­si­ker Alex­an­der Heim­kind schuf im ers­ten Stock ei­nes Hin­ter­hau­ses im Schan­zen­vier­tel vor zehn Jah­ren ein dau­er­haf­tes Zu­hau­se für Wer­ke von Künst­lern wie dem le­gen­dä­ren Oz, der vor zwei Jah­ren starb, als er beim Spray­en von ei­ner S-Bahn er­fasst wur­de. Auch ein SPIEGEL-Ti­tel ist zu se­hen, ein­ge­ar­bei­tet in das Werk „Zeit­kap­sel“ von Mi­cha­el Kiess­ling ali­as God­ling. SPIEGEL-Her­aus­ge­ber Ru­dolf Augstein hat­te den Künst­ler im Jahr 1999 be­auf­tragt, eine Kir­che im Ham­bur­ger Stadt­teil Oth­mar­schen mit ei­nem Je­sus-Bild zu be­sprü­hen. Der Pas­tor stand da­ne­ben und spen­dier­te eine Kis­te Bier. Die der­zei­ti­ge letz­te Aus­stel­lung wid­met sich dem in Bie­le­feld ge­bo­re­nen Graf­fi­ti-Hel­den Dar­co FBI. Ab dem 25. Sep­tem­ber, dem zwei­ten To­des­tag von Oz, bleibt die Ga­le­rie ge­schlos­sen. Im Ok­to­ber wird das Haus ab­ge­ris­sen.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 37/2016.