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Frü­her war al­les schlech­ter

Demokratie

De­mo­kra­ti­sie­rung der Welt. Man sorgt sich der­zeit sehr dar­um, dass in der Po­li­tik die Fal­schen ge­win­nen. In Öster­reich könn­te es knapp wer­den, Un­garn spielt schon län­ger ver­rückt, die Po­len schei­nen für den Mo­ment ver­lo­ren, und in Ame­ri­ka macht ein kryp­to­fa­schis­ti­scher Clown die Wah­len zur Hor­ror­show. Der Au­to­ri­ta­ris­mus, so ein ver­brei­te­tes Ge­fühl, hebt sein häss­li­ches Haupt, und „De­mo­kra­tie auf dem Rück­zug“ ist eine be­lieb­te Schlag­zei­le. Nun, die Wach­sam­keit des Au­gen­blicks ist wich­tig, aber der Blick auf das lang­fris­ti­ge Gan­ze: auch. Laut Free­dom Hou­se, ei­nem glo­ba­len De­mo­kra­ti­e­in­dex, hat der An­teil der De­mo­kra­ti­en an al­len Staa­ten, ein biss­chen zu­min­dest, zwi­schen 2005 und 2015 tat­säch­lich ab­ge­nom­men, um 2 Pro­zent­punk­te oder von 46 auf 44 Pro­zent, wäh­rend der An­teil der Au­to­kra­ti­en im sel­ben Zeit­raum ein biss­chen zu­nahm, eben­falls um 2 Punk­te oder von 24 auf 26 Pro­zent. Ver­grö­ßert man den Zeit­raum, wie es der Po­li­ty-IV-In­dex tut, so er­kennt man, dass noch um 1900 rund 70 Pro­zent der Mensch­heit in Au­to­kra­ti­en oder Ko­lo­ni­al­re­gi­men leb­ten. 1943 gab es ge­ra­de mal 9 de­mo­kra­ti­sche Staa­ten; 2013 sind es 94. Nimmt man die Be­völ­ke­rungs­grö­ßen zum Maß­stab, so zeigt sich, dass in der Zeit seit der gro­ßen De­mo­kra­ti­sie­rungs­wel­le nach 1990 „zum ers­ten Mal in der Ge­schich­te der Mensch­heit“, so die Po­li­ty-IV-Ana­lys­ten, die Mehr­heit der Welt­be­völ­ke­rung in ei­ner De­mo­kra­tie lebt.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 36/2016.