Luftver­schmutzung in Innenräumen

Das größ­te al­ler ver­ges­se­nen Pro­ble­me. Was ist wirk­lich wich­tig? Um wel­che Pro­ble­me soll­ten wir uns mit Nach­druck küm­mern, um wel­che nicht ganz so drin­gend? Schwer zu ent­schei­den. Ein Kri­te­ri­um könn­te die Zahl der Men­schen sein, die auf­grund der­sel­ben Ur­sa­che ums Le­ben kom­men. Be­züg­lich vie­ler Phä­no­me­ne be­steht ein gro­tes­kes Miss­ver­hält­nis zwi­schen glo­ba­ler Auf­merk­sam­keit und Op­fer­zah­len. Am ei­nen Ende die­ser Ska­la könn­te der Ter­ro­ris­mus ste­hen: ver­gleichs­wei­se we­ni­ge Tote, gi­gan­ti­sche Auf­merk­sam­keit. Am an­de­ren Ende er­scheint et­was, von dem vie­le im Wes­ten noch nie ge­hört ha­ben: of­fe­ne Herd­feu­er. Enorm vie­le Op­fer, null Auf­merk­sam­keit. Etwa drei Mil­li­ar­den Men­schen – drei Mil­li­ar­den! – ko­chen und hei­zen in ih­ren Häu­sern oder Hüt­ten noch im­mer mit Fest­brenn­stof­fen wie Koh­le, Holz, Vieh­dung und Ern­te­ab­fäl­len. Mehr als vier Mil­lio­nen jähr­lich ster­ben an Krank­hei­ten, die auf ver­schmutz­te In­nen­raum­luft zu­rück­ge­hen: Atem­wegs­er­kran­kun­gen, Schlag­an­fäl­le, Herz­krank­hei­ten. Vier Mil­lio­nen: Das sind fast vier­mal so vie­le, wie heu­te pro Jahr an Aids ver­ster­ben. Es sind über hun­dert­mal mehr Op­fer als 2014 bei Ter­ror­ak­ten ihr Le­ben lie­ßen. – Kommt hier auch noch eine gute Nach­richt? Ja: 1980 wa­ren noch fast zwei Drit­tel der Mensch­heit von Fest­brenn­stof­fen ab­hän­gig. 30 Jah­re spä­ter sind es noch 41 Pro­zent.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 31/2016.