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Frü­her war al­les schlech­ter

Schusswaf­fen­gewalt in den USA

Die Schuss­waf­fen­ge­walt in den USA sinkt. Für die­sen Satz gilt: Ei­ner­seits sind die Leu­te vom Ge­gen­teil über­zeugt, an­de­rer­seits ist es noch im­mer furcht­bar. Die Zahl der Tö­tungs­de­lik­te durch Schuss­waf­fen in den USA stieg wäh­rend der Sech­zi­ger­jah­re stark an und er­reich­te 1993 ei­nen Hö­he­punkt mit 7 To­des­op­fern pro 100 000 Ein­woh­nern. Bis zur Jahr­tau­send­wen­de sank die­ser Wert um fast die Hälf­te auf 3,8. Da­nach ver­lang­sam­te sich der Rück­gang und lag 2015 bei 3,6. Das ent­spricht ei­nem To­tal von rund 12 000 Op­fern. Mehr als die Hälf­te al­ler Ame­ri­ka­ner wa­ren je­doch ge­mäß ei­ner Um­fra­ge der Über­zeu­gung, dass die Zahl der Schuss­waf­fen­op­fer in den ver­gan­ge­nen 20 Jah­ren ge­stie­gen sei. Auch wenn sich die De­bat­te vor al­lem um Amok­läu­fe dreht, sind sol­che Mas­sen­mor­de mit mehr als 3 To­ten im Schnitt für we­ni­ger als ein hal­bes Pro­zent der jähr­li­chen Op­fer ver­ant­wort­lich. Dass auch die Po­li­zei­ge­walt ge­gen Schwar­ze – die an­de­re gro­ße De­bat­te – letzt­lich nur ei­nen ge­rin­gen An­teil der Op­fer aus­macht, macht die­se nicht min­der skan­da­lös, denn die Schuss­waf­fen­ge­walt in den USA ist un­be­streit­bar auch ein Ras­sis­mus­pro­blem. Für schwar­ze jun­ge Män­ner ist die Wahr­schein­lich­keit, er­schos­sen zu wer­den, fünf­mal so hoch wie für wei­ße. Und drei­mal so hoch wie für Wei­ße ist das Ri­si­ko für Schwar­ze, von Po­li­zis­ten ge­tö­tet zu wer­den (Le­sen Sie dazu auch „Oba­mas Tra­gö­die“, Sei­te 88). Ins­ge­samt be­trach­tet ist die Schuss­waf­fen­tö­tungs­ra­te der USA, wie­wohl sin­kend, mit 3,6 im­mer noch um ein Viel­fa­ches hö­her als in al­len an­de­ren hoch ent­wi­ckel­ten Län­dern. Sie liegt im an­gren­zen­den Ka­na­da mit 0,38 bei ei­nem Zehn­tel, in Deutsch­land bei ei­nem Fünf­zig­s­tel (0,07).

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 29/2016.