Insti­tu­tio­nelle Blind­heit

Kommentar Die Justiz tat sich schwer mit ihrer NS-Vergangenheit. Erst jetzt ist sie auf dem richtigen Weg.

von Gisela Friedrichsen

Die Straf­pro­zes­se ge­gen Os­kar Grö­ning in Lü­ne­burg und Rein­hold Han­ning in Det­mold dürf­ten nach mensch­li­chem Er­mes­sen die letz­ten ge­we­sen sein, in de­nen die deut­sche Jus­tiz ehe­ma­li­ge SS-An­ge­hö­ri­ge we­gen ih­rer Be­tei­li­gung am hun­dert­tau­send­fa­chen Mord im Kon­zen­tra­ti­ons­la­ger Ausch­witz, die­sem Sym­bol für den Ho­lo­caust, zur Ver­ant­wor­tung zog. Mit je­dem Tag schwin­den die Aus­sich­ten, noch wei­te­re mut­maß­li­che Tä­ter vor Ge­richt stel­len zu kön­nen. Wer in den Jah­ren 1942 bis 1945 als jun­ger Mensch frei­wil­lig die Mord­ma­schi­ne­rie der Na­zis be­dien­te, ist heu­te ein Greis in bi­bli­schem Al­ter, des­sen Ge­sund­heits­zu­stand Straf­ver­fol­gung oder gar die Voll­stre­ckung ei­nes Ur­teils nicht mehr zu­lässt. Be­mü­hun­gen aus jüngs­ter Zeit, wei­te­re Pro­zes­se auf den Weg zu brin­gen, schei­ter­ten ent­spre­chend.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 25/2016.