„Was mir passiert ist, war peinlich“

SPIEGEL-Gespräch Henry Blodget, Chef des Onlineportals Business Insider, glaubt, dass im Markt der digitalen Medien nur die Stärksten überleben.

Mit sei­nem blon­den Haar und dem schel­men­haf­ten Lä­cheln hat Hen­ry Blod­get, 50, et­was Bu­ben­haf­tes. Der Mit­grün­der des On­lin­e­por­tals Busi­ness In­si­der emp­fängt zum In­ter­view in ei­nem Ka­buff in der Re­dak­ti­on an der Fifth Ave­nue in New York. Es soll ein Ge­spräch über di­gi­ta­len Jour­na­lis­mus und die Angst vor ei­ner neu­en Bla­se in den On­line­me­di­en wer­den, aber es geht na­tür­lich auch um sei­ne schil­lern­de Ver­gan­gen­heit: Als jun­ger Ana­lyst ei­ner Wall-Street-In­vest­ment­bank sag­te er 1998 vor­aus, dass Ak­ti­en des On­line­händ­lers Ama­zon ih­ren Wert bald ver­dop­peln wür­den, auf 400 Dol­lar. Die Pro­phe­zei­ung trat ein – und mach­te Blod­get zum Sta­rana­lys­ten der New Eco­no­my. Doch als die Bla­se platz­te, stürz­te er eben­so jäh ab: Der New Yor­ker Ge­ne­ral­staats­an­walt Eli­ot Spit­zer be­schul­dig­te Blod­get, er habe Tech-Ak­ti­en öf­fent­lich hoch­ge­ju­belt, um lu­kra­ti­ve Man­da­te für die In­vest­ment­bank zu er­gat­tern, ein­zel­ne Pa­pie­re aber in in­ter­nen Mails als „Stück Schei­ße“ be­zeich­net. Blod­get stimm­te ei­nem Ver­gleich mit der Bör­sen­auf­sicht SEC zu, der eine le­bens­lan­ge Ver­ban­nung von der Bör­se und vier Mil­lio­nen Dol­lar Geld­stra­fe vor­sah, be­kann­te sich aber nicht schul­dig. Sei­nen Glau­ben an die In­ter­net­öko­no­mie hat das nicht er­schüt­tert. 2007 grün­de­te Blod­get Busi­ness In­si­der mit. Das Por­tal für Wirt­schafts­nach­rich­ten rich­tet sich an 20- bis 35-Jäh­ri­ge, so­ge­nann­te Mill­en­ni­als, und hat mit sei­nen Ab­le­gern welt­weit 94 Mil­lio­nen Be­su­cher im Mo­nat.

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