Per­so­na­lien

Frau mit Vogel

Zum ers­ten Mal seit fünf Jah­ren prä­sen­tiert die Künst­le­rin Cin­dy Sher­man, 62, neue Bil­der. Wie in der Ver­gan­gen­heit ist sie nicht nur die Fo­to­gra­fin, son­dern auch das Mo­del; au­ßer­dem macht sie selbst Make-up, Haa­re, Kos­tüm und Ku­lis­se – seit 20 Jah­ren ar­bei­tet sie al­lein im Fo­to­stu­dio. Mit der neu­en Se­rie schließt sich ein Kreis, denn wie vor fast 40 Jah­ren, als Sher­man mit ih­ren „Un­tit­led Film Stills“ der Durch­bruch ge­lang, geht es wie­der um Hol­ly­wood. Sher­man in­sze­niert sich die­ses Mal als Diva des gol­de­nen Ki­no­zeit­al­ters, sie imi­tiert Stars wie Glo­ria Swan­son oder Gre­ta Gar­bo in gro­ßer Pose. Die­se Film­ve­te­ra­nin­nen wer­den von der 62-Jäh­ri­gen in Zwan­zi­ger­jah­re-Kos­tü­men dar­ge­stellt, da­bei wa­ren die Vor­bil­der auf dem Hö­he­punkt ih­rer Kar­rie­re sehr viel jün­ger. Das The­ma Al­ter trieb die Künst­le­rin bei die­ser Ar­beit an: „Als äl­te­re Frau habe ich Pro­ble­me, mit der Vor­stel­lung klar­zu­kom­men, eine äl­te­re Frau zu sein“, sag­te sie der „New York Times“. Sher­man be­schreibt sich als „Sin­gle mit ei­nem Vo­gel“ – ihr Pa­pa­gei ist 25 Jah­re alt –, und sie hat ge­nug von der ein­sa­men Selbst­in­sze­nie­rung. Fort­an will sie sich be­weg­ten Bil­dern zu­wen­den. Was dar­aus wird, weiß sie noch nicht. Aber der Re­gis­seu­rin So­fia Cop­po­la hat sie schon mal Be­reit­schaft si­gna­li­siert, in ei­nem ih­rer Fil­me auf­zu­tre­ten.

Kanzlers Tricks

Der eins­ti­ge Bun­des­kanz­ler Hel­mut Schmidt (1918 bis 2015) gilt auch post­hum als ei­ner der bes­ten Red­ner der al­ten Bun­des­re­pu­blik. Ei­ni­ge Tricks gibt nun Schmidts ehe­ma­li­ger Re­den­schrei­ber Thi­lo von Tro­tha, 75, in sei­nen ge­ra­de er­schie­ne­nen Er­in­ne­run­gen preis (Lau-Ver­lag). Etwa die An­re­de gro­ßer Ver­samm­lun­gen mit den Wor­ten: „Ich will mal das, was mei­ne Re­den­schrei­ber mir auf­ge­schrie­ben ha­ben, bei­sei­te­le­gen und euch sa­gen, was ich wirk­lich den­ke.“ De­mons­tra­tiv habe Schmidt dann das Ma­nu­skript weg­ge­scho­ben – und im to­ten Win­kel des Red­ner­pults gleich wie­der an sich ge­zo­gen. Den Text trug er vor wie ge­plant. Laut Tro­tha hat Schmidt viel aus ei­ge­nen Re­den zi­tiert, was of­fen­bar nicht auf­fiel. „Pla­gia­re ne­ces­se est“ (man muss ab­schrei­ben) sei ein „Lieb­lings­wort“ des Kanz­lers ge­we­sen. Be­grün­dung Schmidts: Wie­der­ho­lung si­che­re Kon­ti­nui­tät. Um den Ein­druck zu er­we­cken, er sei be­son­ders be­le­sen, ließ Schmidt po­pu­lä­re Bü­cher von ei­nem Mit­ar­bei­ter des Kanz­ler­amts auf we­ni­gen Sei­ten zu­sam­men­fas­sen. So konn­te der Kanz­ler bei öf­fent­li­chen Auf­trit­ten bril­lie­ren. 1980 ver­ließ Tro­tha das Kanz­ler­amt; sei­nen da­ma­li­gen Chef ver­ehrt er bis heu­te.

Für Krone und Freiheit

Ver­gan­ge­nen De­zem­ber mach­te Ana­st­a­sia Lin, 26, welt­weit Schlag­zei­len, weil ihr die Ein­rei­se nach Chi­na ver­wei­gert wur­de. Grund: Die ka­na­di­sche Schön­heits­kö­ni­gin, un­ter­wegs nach Sanya zur Wahl der Miss World, hat­te sich zu­vor mehr­fach ge­gen Men­schen­rechts­ver­let­zun­gen und man­geln­de Re­li­gi­ons­frei­heit in ih­rem Ge­burts­land aus­ge­spro­chen. Der Wel­le der Auf­merk­sam­keit folg­te eine Zeit, in der es still um Lin wur­de. Jetzt kann sie sich über ei­nen klei­nen Er­folg freu­en: Der Film „The Blee­ding Edge“, in dem sie eine der tra­gen­den Rol­len spielt, ist mit dem „Ga­bri­el Award“ aus­ge­zeich­net wor­den. Der Preis ehrt „un­ge­wöhn­li­che künst­le­ri­sche Leis­tun­gen, die un­ter­hal­ten und mit ei­ner Vi­si­on von Mensch­lich­keit be­rei­chern“, wie es in den Sta­tu­ten heißt. „The Blee­ding Edge“ han­delt von staat­lich or­ga­ni­sier­tem Or­gan­han­del und Un­ter­drü­ckung der Pres­se­frei­heit in Chi­na. Ihr En­ga­ge­ment für Men­schen­rech­te hält Lin auf­recht – und die Be­wer­bung um die Kro­ne als Schöns­te der Welt eben­falls. Sie will der ge­ra­de aus­ge­spro­che­nen Ein­la­dung der Miss-World-Or­ga­ni­sa­ti­on fol­gen, an der dies­jäh­ri­gen End­aus­wahl teil­zu­neh­men.

Heilkraft der Töne

Wun­der, wuss­te schon Kat­ja Ebstein zu be­sin­gen, gibt es im­mer wie­der. Der blin­de ita­lie­ni­sche Te­nor An­drea Bocel­li, 57, der mehr als 80 Mil­lio­nen Al­ben ver­kauft hat, be­rich­tet nun in ei­nem In­ter­view mit dem „Sun­day Te­le­graph“ von der Heil­kraft sei­ner Stim­me. Er be­kom­me, sag­te er, viel Fan­post, in der Men­schen ihm schrei­ben, sie sei­en durch das blo­ße An­hö­ren sei­ner Mu­sik ge­sund ge­wor­den. In ei­nem Fall sei je­mand aus dem Koma er­wacht, nach­dem an des­sen Kran­ken­bett Auf­nah­men des Künst­lers ab­ge­spielt wor­den sei­en. Bocel­lis Kar­rie­re be­gann An­fang der Neun­zi­ger­jah­re; sein Lands­mann Lu­cia­no Pa­va­rot­ti hat­te ein De­mo­band ge­hört und sich für den Kol­le­gen ein­ge­setzt. Bocel­li er­litt im Al­ter von zwölf Jah­ren ei­nen Un­fall beim Fuß­ball­spie­len und ist seit­dem blind.

Diane Kruger

39, deut­sche Schau­spie­le­rin mit in­ter­na­tio­na­ler Kar­rie­re, liebt die Zu­sam­men­ar­beit mit Re­gis­seu­rin­nen. Da­bei schätzt der Star aus „Tro­ja“ und „Ing­lou­rious Bas­terds“ nicht etwa ver­meint­lich weib­li­che Ei­gen­schaf­ten wie etwa Ein­füh­lungs­ver­mö­gen. Im Ge­gen­teil: Frau­en sei­en oft ex­trem ener­vie­rend in ih­rer Hart­nä­ckig­keit, dia­gnos­ti­ziert Kru­ger – und das sei herr­lich. Sie glaubt, Re­gis­seu­rin­nen hät­ten eher das Ge­fühl, sich mehr be­wei­sen zu müs­sen, als das bei männ­li­chen Kol­le­gen der Fall sei. Die­se En­er­gie scheint Kru­ger zu be­flü­geln.

Sacha Baron Cohen

44, bri­ti­scher Ko­mi­ker ("Bo­rat"), zählt jetzt zu ei­nem ex­klu­si­ven Kreis: Sein Name steht zum ers­ten Mal auf der all­jähr­lich er­schei­nen­den „Sun­day Times Rich List“. Ge­mein­sam mit sei­ner Frau Isla Fis­her soll Co­hen ein Pri­vat­ver­mö­gen von 105 Mil­lio­nen Pfund be­sit­zen. Ab 103 Mil­lio­nen wird man in die Lis­te auf­ge­nom­men, auf der die 1000 reichs­ten Bri­ten ste­hen. Die al­ler­reichs­ten bri­ti­schen Staats­bür­ger sind dem­nach die Brü­der Da­vid und Si­mon Reu­ben, die ihre 13,1 Mil­li­ar­den Pfund vor­wie­gend mit Im­mo­bi­li­en und In­vest­ments ver­dient ha­ben. Die Queen hat es 2016 er­neut nicht un­ter die Top 300 ge­schafft.

David Miscavige

56, Chef der Sci­en­to­lo­gy-Kir­che, droht sei­nem Va­ter mit ei­ner Kla­ge we­gen Ver­leum­dung für den Fall, dass die­ser sei­ne Bio­gra­fie wie ge­plant am 3. Mai in den USA, Groß­bri­tan­ni­en und Ir­land ver­öf­fent­licht. Ron Mis­ca­vi­ge, selbst bis 2012 Mit­glied bei den Sci­en­to­lo­gen, schreibt dar­in, dass die Sci­en­to­lo­gy-Füh­rung Ge­walt ge­gen Mit­glie­der aus­ge­übt habe. Man­che sei­en ge­gen ih­ren Wil­len fest­ge­hal­ten wor­den in ei­ner Art Straf­la­ger na­mens „the hole“, das Loch. Die­se Vor­wür­fe sind von der Sci­en­to­lo­gy-Kir­che stets be­strit­ten wor­den.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 18/2016.