Haushalts­geräte

Die Wasch­ma­schi­ne ist die bes­te Fe­mi­nis­tin al­ler Zei­ten. Nur noch schwer vor­stell­bar sind heu­te die kör­per­li­chen Mü­hen und der zeit­li­che Auf­wand, die das Wa­schen den deut­schen „Haus­frau­en“ vor der Er­fin­dung der voll­au­to­ma­ti­schen Wasch­ma­schi­ne ab­ver­lang­te. Ein­wei­chen. Ein­hei­zen. Um­rüh­ren. Aus­wa­schen. Rub­beln. Aus­wrin­gen. Die Hän­de sprö­de von der Kern­sei­fe, der Rü­cken krumm. Mit­te der Fünf­zi­ger­jah­re, die heu­te als gol­de­ne Zeit ver­klärt wer­den, stand erst in je­dem zehn­ten Haus­halt eine Wasch­ma­schi­ne. In­zwi­schen liegt der Aus­stat­tungs­grad bei 95 Pro­zent. Nicht zu­letzt dank die­ser und an­de­rer In­no­va­tio­nen (Kühl­schrank, Staub­sau­ger, Ge­schirr­spü­ler) be­frei­te sich die Frau vom Haus. In den USA etwa wa­ren im Jahr 1900 al­lein fürs Wa­schen, Ko­chen und Put­zen pro Haus­halt noch fast 60 Stun­den wö­chent­lich nö­tig, vier­mal so viel wie heu­te. Die ge­won­ne­ne Zeit er­laub­te den Frau­en Bil­dung, Er­werbs­ar­beit, Un­ab­hän­gig­keit. Glo­bal be­trach­tet ist die Wasch­ma­schi­ne noch heu­te das Pri­vi­leg ei­ner Min­der­heit. Nur zwei (von sie­ben) Mil­li­ar­den Men­schen, so ver­mu­tet der schwe­di­sche Da­ten­gu­ru Hans Ros­ling, ha­ben Zu­gang zu Wasch­ma­schi­nen. Die an­de­ren fünf Mil­li­ar­den füh­ren ih­ren Haus­halt mit den­sel­ben müh­se­li­gen und in­ef­fi­zi­en­ten Mit­teln wie un­se­re Groß- und Ur­groß­müt­ter.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 15/2016.