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Kom­men­tar

Unterm Messer

Ärzten wird der Zugang zu medizinischem Wissen erschwert.

von Hilmar Schmundt

Von ei­nem Chir­ur­gen er­war­ten wir, dass er auf der Höhe der Kunst ope­riert: mit schar­fem Skal­pell, pin­ge­li­ger Hy­gie­ne und un­ter hel­lem Licht. Doch wie sieht es in den Köp­fen aus? Wo­her wis­sen Ärzte, ob zum Bei­spiel eine Knie­ope­ra­ti­on wirk­lich sinn­voll ist und ein neu­es Me­di­ka­ment zu emp­feh­len; wie also bleibt ihr wich­tigs­tes Werk­zeug mes­ser­scharf: das geis­ti­ge Se­zier­be­steck? Hier sieht die Zu­kunft düs­ter aus. Eine wich­ti­ge Säu­le der evi­denz­ba­sier­ten Ge­sund­heits­for­schung soll ab­ge­tra­gen wer­den, die Deut­sche Zen­tral­bi­blio­thek für Me­di­zin (ZB Med) in Köln. Da­mit wäre die deut­sche Ärz­te­schaft ab­ge­schnit­ten vom Zu­gang zu 2700 wich­ti­gen Fach­zeit­schrif­ten, die nir­gend­wo sonst in Deutsch­land kos­ten­los er­hält­lich sind. Und es geht noch wei­ter, ein de­sas­trö­ser Do­mi­no­ef­fekt ist im Gan­ge: Auch das Deut­sche In­sti­tut für Me­di­zi­ni­sche Do­ku­men­ta­ti­on und In­for­ma­ti­on stellt zum Jah­res­en­de 2016 den Zu­gang zu wich­ti­gen Da­ten­ban­ken ein. Ei­ni­ge da­von soll­ten ei­gent­lich über­nom­men wer­den – aus­ge­rech­net von der nun be­droh­ten ZB Med.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 14/2016.