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Wirt­schaft inves­ti­gativ

Con­tai­ner­dorf in Ber­lin

Woh­nungs­man­gel

Ab in die Provinz

Studie empfiehlt Verteilungsschlüssel für Flüchtlinge in Deutschland.

Flücht­lin­gen den Wohn­ort zu­zu­wei­sen, wie es Bun­des­in­nen­mi­nis­ter Tho­mas de Mai­ziè­re (CDU) plant, könn­te den Woh­nungs­markt in Bal­lungs­räu­men ent­las­ten. Eine Stu­die der Be­ra­tungs­fir­ma Em­pi­ri­ca im Auf­trag des Zen­tra­len Im­mo­bi­li­en Aus­schus­ses kommt zu dem Er­geb­nis, dass nur etwa halb so vie­le Woh­nun­gen zu­sätz­lich ge­baut wer­den müss­ten, wenn der Staat Zu­wan­de­rer ver­stärkt in Re­gio­nen mit ho­hen Leer­stän­den ver­teil­te. Die For­scher un­ter­stel­len jähr­lich deut­lich sin­ken­de Flücht­lings­zah­len. Ohne eine Wohn­sitz­auf­la­ge, wie sie de Mai­ziè­re emp­fiehlt, wä­ren von 2016 bis 2020 jähr­lich rund 75 000 Woh­nun­gen zu­sätz­lich nö­tig; in Me­tro­po­len wie Frank­furt, Stutt­gart oder Mün­chen wür­de sich der Be­darf an Neu­bau­ten mehr als ver­dop­peln. Wenn der Staat da­ge­gen die Frei­zü­gig­keit ein­schränkt, müss­ten deutsch­land­weit nur jähr­lich 34 000 neue Woh­nun­gen ge­baut wer­den, in den Groß­städ­ten stie­ge der Be­darf le­dig­lich um 10 bis 30 Pro­zent. Die Em­pi­ri­ca-For­scher schla­gen eine drei­jäh­ri­ge Wohn­sitz­auf­la­ge für an­er­kann­te Flücht­lin­ge vor so­wie die Ein­füh­rung ei­nes „ka­pa­zi­täts­ori­en­tier­ten Ver­tei­lungs­schlüs­sels“. „So wür­de nicht nur die Über­for­de­rung ein­zel­ner Städ­te ver­hin­dert, son­dern auch die Bil­dung zu gro­ßer, in­te­gra­ti­ons­feind­li­cher Ghet­tos“, so die Wis­sen­schaft­ler. Die Hälf­te der deut­schen Land­krei­se habe in den ver­gan­ge­nen fünf Jah­ren Ein­woh­ner ver­lo­ren.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 14/2016.