Aufgewachsen in Ruinen

Der Journalist Peter Richter erzählt in seinem autobiografischen Roman 89/90 aus der rätselhaftesten Stadt der Republik: Dresden.
Luchterhand; 416 Seiten; 19,99 Euro.
Von Tobias Becker

Nachts nackt im Frei­bad oder in be­setz­ten Häu­sern, mit Mäd­chen und Mu­sik, mit ir­ren Ide­en im Kopf und dem ers­ten Dro­gen­rausch, mit dem Ge­fühl, dass es hier und jetzt um al­les geht. Wer will, kann die­sen Ro­man so le­sen: als Co­m­ing-of-Age-Ge­schich­te, die Spaß macht, wie an­de­re gute Co­m­ing-of-Age-Ge­schich­ten auch. Mehr nicht. Ge­schrie­ben von ei­nem, der schrei­ben kann, der sei­ne Sät­ze auf die Sei­ten rotzt wie die cools­ten Pu­ber­täts­jungs ihre Spu­cke auf den Bür­ger­steig. Ab­ge­klärt, iro­nisch, über­heb­lich. Aber die­ser au­to­bio­gra­fi­sche Ro­man spielt nicht ir­gend­wann, er spielt 1989 und 1990 in der DDR. Und er spielt nicht ir­gend­wo in der DDR, son­dern in Dres­den, der Stadt, die 25 Jah­re nach der Wen­de die rät­sel­haf­tes­te Stadt des Lan­des ist. Wer sich wun­dert, wo­her die ach so pa­trio­ti­schen Pe­gi­dis­ten plötz­lich auf­tauch­ten, der lese die­ses Buch.

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