Meuterei von unten

Aufruf zur Revolution. Laurie Pennys feministisches Manifest Unsagbare Dinge. Aus dem Englischen von Anne Emmert. Edition Nautilus; 288 Seiten; 16,90 Euro.

Von Claudia Voigt

Die­ses Buch ist ein Wut­an­fall. Lau­rie Pen­ny, 29 Jah­re alt, Ox­ford-Ab­sol­ven­tin, Fe­mi­nis­tin, Blog­ge­rin, Jour­na­lis­tin, als jun­ge Frau ma­ger­süch­tig und in sta­tio­nä­rer psych­ia­tri­scher Be­hand­lung, schreibt so kom­pro­miss­los über Se­xis­mus und Un­gleich­heit, über weib­li­che Ar­mut und den Zwang zur An­pas­sung wie kei­ne Au­to­rin mehr seit den Sieb­zi­ger­jah­ren. »Wir brau­chen Meu­te­rei«, steht im Vor­wort. Pen­ny wet­tert ge­gen das »neo­li­be­ra­le Pa­tri­ar­chat«, das alle, die »jung oder arm, an­ders oder eine Frau« sind, dazu bringt, sich selbst zu has­sen. Un­ter­füt­tert wird die­se The­se von per­sön­li­chen Er­zäh­lun­gen aus Pen­nys Ju­gend­zeit, als sie be­griff, dass sie nur ei­nes von vie­len Mäd­chen in der west­li­chen Welt ist, das sei­ne Wut her­un­ter­schluckt und am ei­ge­nen Kör­per aus­lässt. Die Kraft für ge­sell­schaft­li­che Ver­än­de­run­gen wird ih­rer Mei­nung nach von häss­li­chen Mäd­chen aus­ge­hen, von Mäd­chen,, die nicht dünn ge­nug, nicht reich ge­nug, nicht weiß oder nicht brav ge­nug sind. Am zeit­ge­nös­si­schen Fe­mi­nis­mus nervt sie, dass er von kar­rier­ehö­ri­gen Mit­tel­stands­frau­en ge­ka­pert wur­de. Lau­rie Pen­ny hat das al­les mit Ver­ve und In­tel­lekt auf­ge­schrie­ben und mit gro­ßem Ver­gnü­gen dar­an, ihre Le­ser zu ver­stö­ren.

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