Briefe

Teufels­krieger

Nr. 48/2015 »Ihr wollt, dass ich Angst habe. Vergesst es!« – Antoine Leiris, dessen Frau im Pariser Klub Bataclan ermordet wurde; Leitartikel – Die richtige Antwort auf den Terror ist nüchterne Entschlossenheit, nicht Kriegsrhetorik

»In mir herrscht pu­res Un­ver­ständ­nis dar­über, wie Men­schen so wer­den kön­nen, dass sie wahl­los Un­schul­di­gen

Kluger Kopf

Nr. 47/2015 Präsident Andreas Voßkuhle erklärt im SPIEGEL-Gespräch, warum er versteht, dass sich Politiker manchmal über das Verfassungsgericht ärgern

Herr Voß­kuh­le sagt: »Wir ent­schei­den gut 6000 sol­cher Ver­fah­ren pro Jahr, in der Re­gel in ei­ner Kam­mer aus drei Rich­tern. Macht grob ge­rech­net bei sechs Kam­mern tau­send Ver­fah­ren, also rund drei Ent­schei­dun­gen am Tag.« Es sei die Fra­ge er­laubt, ob eine se­riö­se und ernst­haf­te Be­ar­bei­tung un­ter Be­rück­sich­ti­gung al­ler maß­geb­li­chen Um­stän­de über­haupt mög­lich ist. Hier­mit ist je­der Be­schwer­de­füh­rer auf jene fai­re Be­ar­bei­tung an­ge­wie­sen, die ihm das Grund­ge­setz zu­spricht. Wäre vor die­sem Hin­ter­grund eine An­pas­sung der Res­sour­cen nicht drin­gend an­ge­zeigt?

Wo bleibt Ihr Archiv?

Nr. 47/2015 »Willen braucht man. Und Zigaretten.« – Helmut Schmidt, Jahrhundertmann

Die Au­to­ren Pal­mer und Spörl ha­ben ein groß­ar­ti­ges Por­trät von Hel­mut Schmidt ge­schrie­ben. Lei­der hat es ei­nen Schön­heits­feh­ler: Wie so vie­le an­de­re Me­di­en schrei­ben sie fälsch­li­cher­wei­se, Schmidt habe als In­nen­se­na­tor die Flut­ka­ta­stro­phe ge­meis­tert. Im Fe­bru­ar 1962 war Schmidt Po­li­zei­se­na­tor, es gab noch gar kei­ne In­nen­be­hör­de. Tat­sach­lich wur­de Schmidt ge­nau am 1. Mai 1962 In­nen­se­na­tor. Die­ser Feh­ler hät­te dem SPIEGEL ei­gent­lich nicht un­ter­lau­fen dür­fen – wo bleibt Ihr tol­les Ar­chiv?

Empört und wütend

Nr. 47/2015 Juden sehen sich von jungen Muslimen bedroht

Die Stim­mungs­la­ge der 200 000 in Deutsch­land le­ben­den Ju­den im An­ge­sicht der an­kom­men­den Flücht­lin­ge hat bis­her nie­man­den in­ter­es­siert. Gut, dass der SPIEGEL das jetzt än­dert und die Kri­tik am mas­sen­haf­ten Im­port ei­nes kul­tu­rell be­ding­ten An­ti­se­mi­tis­mus nicht dem rech­ten Rand über­lässt.

Die Herren sind sich einig

Nr. 47/2015 Die Ökonomen Marcel Fratzscher und Daniel Stelter im SPIEGEL-Streitgespräch über die Folgen der Flüchtlingswelle

Dan­ke für die ge­schick­te Mo­dera­ti­on und die Ver­öf­fent­li­chung der Ar­gu­men­te der Kon­tra­hen­ten. Herr Stel­ter scheint mir mehr Rea­list zu sein, weil er wahr­schein­li­che Un­wäg­bar­kei­ten in sei­ne Über­le­gun­gen ein­be­zieht und de­ren Fol­gen kri­tisch be­trach­tet. Herr Fratz­scher in­des scheint un­be­irrt da­von aus­zu­ge­hen, dass der Vor­sprung, den Ger­hard Schrö­ders Agen­da der Wirt­schaft be­schert hat, für alle Ewig­keit wirkt. Er fol­gert dar­aus im­mer­wäh­ren­des Wachs­tum und gut be­zahl­te Ar­beit für alle, die hier sind und noch kom­men wer­den. Soll­te es wi­der Er­war­ten an­ders kom­men, emp­fiehlt Herr Fratz­scher mas­si­ven So­zi­al­ab­bau. Mich er­schüt­tert, dass er als Prä­si­dent des DIW Zu­gang zur Po­li­tik hat, denn auf sei­ne An­sich­ten kann man vie­les bau­en, aber kei­ne gute Zu­kunft.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 49/2015.