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Re­kla­me­freie Zone

Software, die Werbung blockiert, wird für Onlinemedien zur Existenzbedrohung. Das weltweit erfolgreichste Programm kommt aus Deutschland. Der größte Widerstand auch.

Eyeo-Chef Fai­da: „Die Men­schen füh­len sich von Wer­bung ge­nervt“

Es gibt Leu­te, die läs­tern, dass au­ßer der von Volks­wa­gen ver­wen­de­ten Ab­gas-Ma­ni­pu­la­ti­ons-Soft­ware in der jün­ge­ren Zeit kaum ein in Deutsch­land er­dach­tes Com­pu­ter­pro­gramm bahn­bre­chend ge­we­sen sei. Da­bei ist aus­ge­rech­net in Köln, fern­ab der Ber­li­ner Start-up-Sze­ne, eine Soft­ware ent­stan­den, die das Zeug hat, die Ge­schäfts­mo­del­le gan­zer Bran­chen aus­zu­he­beln.

Es geht um Ad­block Plus, be­ste­hend aus sim­plem Code, im We­sent­li­chen von nur ei­nem Ent­wick­ler ge­schrie­ben. Mil­lio­nen Nut­zer ha­ben das Pro­gramm welt­weit, Ten­denz steil an­stei­gend. Ein­mal im Brow­ser in­stal­liert, ver­hin­dert Ad­block Plus das Aus­spie­len von On­line­re­kla­me. Dort, wo eben noch ein Wer­be­ban­ner blink­te, er­scheint nun Weiß­raum. Selbst die Wer­bung vor Vi­de­os kann blo­ckiert wer­den.

Was ur­sprüng­lich dazu die­nen soll­te, be­son­ders ner­vi­ge oder mit Schad­soft­ware ver­seuch­te Wer­bung aus­zu­schal­ten, ist in­zwi­schen zu ei­ner Exis­tenz­be­dro­hung für Ver­la­ge und an­de­re In­hal­te­an­bie­ter im Netz ge­wor­den. Nach­rich­ten­sei­ten von der „Wa­shing­ton Post“ bis zu Zeit On­line, aber auch Vi­deo­por­ta­le wie YouTube fi­nan­zie­ren sich in ers­ter Li­nie durch Wer­bung. Zwar ver­su­chen vie­le Ver­la­ge in­zwi­schen, auch von ih­ren Le­sern Geld ein­zu­neh­men – der fi­nan­zi­el­le Er­folg aber ist bis­her be­schei­den. Im Kern be­ruht die di­gi­ta­le Wirt­schaft noch im­mer auf ei­nem un­ge­schrie­be­nen Ver­trag mit dem Nut­zer: In­hal­te be­kommt er kos­ten­los, da­für muss er Wer­bung ak­zep­tie­ren. Der Auf­schwung der Ad­blo­cker be­deu­tet die Mas­sen­kün­di­gung die­ses Pak­tes.

Isabell Hülsen, Martin U. Müller

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 44/2015.