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Glücks­fäl­le

Al­fons, kannst du Eier?

Iran, ausgedörrt durch jahrelanges Wirtschaftsembargo, öffnet sich für Investoren. Da möchte man nicht zu spät kommen. Und so reisten 99 Unternehmer aus Niedersachsen nach Teheran, um ihr Feld zu bestellen.
Von Alexander Smoltczyk

Mit­glie­der der Wirt­schafts­de­le­ga­ti­on vor dem Emam­sa­de-Sal­eh-Schrein in Te­he­ran: „Wenn es los­geht, muss die Mes­se ge­sun­gen sein“

In ei­ner frü­hen Mor­gen­stun­de An­fang Ok­to­ber steht Al­fons Diek­mann auf dem Imam-Kho­mei­ni-Flug­ha­fen von Te­he­ran. Er trägt sei­ne be­que­me Rei­se­ho­se und eine Um­hän­ge­ta­sche mit dem Not­wen­digs­ten. „Und wenn die dich ab­schie­ßen?“, hat­te sei­ne Frau noch ge­sagt.

Aber Al­fons Diek­mann ist ge­flo­gen. Aus dem Land­kreis Ve­ch­ta nach Iran. Sei­ne zwei Le­ge­far­men in Dam­me, im Südol­den­bur­gi­schen, pro­du­zie­ren 310 000 Eier täg­lich. „Als ich zur Schu­le kam, konn­te ich nicht mal Hoch­deutsch spre­chen. Bau­ern­jun­gen spra­chen Platt.“ Diek­mann war das jüngs­te der neun Kin­der, die Mut­ter starb, da war er zehn. „Das hat mich stark ge­macht. Ich woll­te nach vorn.“

Und des­we­gen steht Al­fons Diek­mann von der Al­fons Diek­mann GmbH früh­mor­gens war­tend am Schal­ter 40 des Imam-Kho­mei­ni-Flug­ha­fens, zu­sam­men mit 98 an­de­ren Ver­tre­tern des nie­der­säch­si­schen Mit­tel­stands, Lo­gis­tik- und Ent­sor­gungs­spe­zia­lis­ten, füh­ren­den Her­stel­lern von Tur­bo­ge­blä­sen, Gip­s­pro­duk­ten, Ha­fen­krä­nen, Spe­zi­al­la­cken und Pum­pe­quip­ment, Mul­den­kip­pern und Rol­len­schneid­ma­schi­nen, und alle wol­len jetzt, um halb drei Uhr mor­gens, nur noch ei­nes: end­lich rein. Rein nach Iran.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 44/2015.