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Netz­po­li­tik

„Los, le­gen wir Feu­er“

Nach Facebook will Justizminister Maas nun auch Twitter und YouTube zwingen, Hassbotschaften zu löschen. Seine Chancen stehen schlecht.

Mi­nis­ter Maas, Face­book-Ma­na­ger Al­lan: So höf­lich wie un­ver­bind­lich

Der Name des YouTube-Nut­zers lässt kei­ne Fra­gen of­fen: „Cy­ber Nazi“ nennt er sich, und auch sei­ne Kom­men­ta­re sind ein­deu­tig. „Los wir zer­stö­ren das Asyl­heim!!! Los jetzt le­gen wir auch noch Feu­er, dann sa­gen wir, es wa­ren die Na­zis!!!!!!“, pos­te­te Cy­ber Nazi un­ter ein Vi­deo. Das Film­chen selbst, ge­tarnt als Nach­rich­ten­sen­dung, ist kaum bes­ser: Un­ter dem Ti­tel „Auf­ruhr in Dres­den. Eine Stadt ver­sinkt im Asyl Cha­os“ schürt der In­ter­net­ka­nal „Deut­sche Stim­me“ sub­til den Volks­zorn. Be­trei­ber: die NPD.

Nicht nur das Netz­werk Face­book äh­nelt viel­fach ei­ner di­gi­ta­len Pinn­wand für Hass­bot­schaf­ten. Auch auf YouTube, dem Kurz­nach­rich­ten­dienst Twit­ter oder hier­zu­lan­de we­ni­ger be­kann­ten Platt­for­men wie Red­dit tobt sich Dun­kel­deutsch­land aus. Das Pro­blem der Hass­bot­schaf­ten ist we­gen der Flücht­lings­kri­se be­son­ders akut, doch neu ist es nicht. Seit Jah­ren ha­ben so­zia­le Netz­wer­ke Pro­ble­me mit Ras­sis­mus, An­ti­se­mi­tis­mus, Frau­en­feind­lich­keit. Doch alle Ap­pel­le, auch von Spit­zen­po­li­ti­kern, ver­hal­len in der Re­gel un­ge­hört.

Melanie Amann, Marcel Rosenbach

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 39/2015.