Angekün­digte Katastrophe

Europa Deutschland und seine EU-Partner wollen Flüchtlingsdramen im Mittelmeer verhindern. Eine Rekonstruktion ihrer Politik zeigt, wie sie seit dem Unglück vor Lampedusa im Oktober 2013 das Gegenteil bewirkten.

Ge­ret­te­te Flücht­lin­ge auf ei­nem ita­lie­ni­schen Ma­ri­ne­schiff am 22. April

Wie sich die Bil­der und Wor­te glei­chen. Da­mals sag­te die Bun­des­kanz­le­rin, sie sei »tief be­stürzt« - heu­te sagt sie, sie sei »er­schüt­tert«. Da­mals sag­te der EU-Kom­mis­si­ons­prä­si­dent, er wer­de die To­ten nie ver­ges­sen, und es müs­se et­was ge­sche­hen - heu­te sagt er: »Der Sta­tus quo ist kei­ne Op­ti­on mehr.« Da­mals spra­chen Eu­ro­pas In­nen­mi­nis­ter von ei­nem »Hor­ro­r­er­eig­nis« - heu­te von »blan­kem Hor­ror«. Zwi­schen da­mals und heu­te lie­gen 19 Mo­na­te. Und meh­re­re Tau­send Tote im Mit­tel­meer. Da­mals, das war die Nacht zum 3. Ok­to­ber 2013. An Bord ei­nes al­ten Kut­ters, der vom li­by­schen Mi­sura­ta aus in See ge­sto­chen war, brach ein Feu­er aus. In Sicht­wei­te der klei­nen ita­lie­ni­schen In­sel Lam­pe­du­sa gin­gen mehr als 500 Men­schen über Bord, die meis­ten von ih­nen So­ma­li­er und Eri­tre­er. Nicht ein­mal je­der Drit­te über­leb­te. Die Sär­ge im Flug­ha­fen-Han­gar von Lam­pe­du­sa wur­den zum Sinn­bild für Eu­ro­pas »Schan­de«, wie es Papst Fran­zis­kus for­mu­lier­te.

Sie lesen die Vorschau

Sie haben diese Ausgabe bereits gekauft oder ein digitales Abo? Dann melden Sie sich mit Ihrer SPIEGEL-ID an, um den vollständigen Artikel zu lesen. MIT SPIEGEL+ LESEN – GRATIS TESTEN

Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 18/2015.