Per­so­na­lien

Türkisch für Diven

Sil­ber­ner Bär, Emmy, Gol­den Glo­be und zu­letzt so­gar ei­nen Os­car - Ju­li­an­ne Moo­re, 54, ist eine be­wun­der­te, all­seits an­er­kann­te Schau­spie­le­rin. Das tür­ki­sche Tou­ris­mus­mi­nis­te­ri­um sieht das of­fen­bar an­ders. Moo­re soll­te ei­gent­lich Prot­ago­nis­tin ei­ner Wer­be­kam­pa­gne für Tür­kei-Rei­sen sein. Sie hat­te be­reits ei­nen Spot ge­dreht, in dem sie über ihre Lie­be und Ver­bun­den­heit zu dem Land sprach. Doch aus dem Tou­ris­mus­mi­nis­te­ri­um kam die For­de­rung nach ei­ner Wie­der­ho­lung des Drehs we­gen Moo­res »dürf­ti­ger Schau­spiel­kunst«. Die Ame­ri­ka­ne­rin wei­ger­te sich. Die Kam­pa­gne läuft nun ohne ihre Be­tei­li­gung. Be­reits im Vor­feld war die Wer­be­agen­tur, die Moo­re be­setzt hat­te, kri­ti­siert wor­den: Ei­ni­ge tür­ki­sche Po­li­ti­ker fan­den, der Hol­ly­wood-Star habe eine de­pres­si­ve Aus­strah­lung.

Anne-Ma­rie, Be­ne­dik­te, Mar­g­re­the

Schwesternrat

Am liebs­ten wür­den die bei­den jün­ge­ren Schwes­tern der dä­ni­schen Kö­ni­gin Mar­g­re­the ihr am kom­men­den Don­ners­tag zum 75. Ge­burts­tag ein Han­dy schen­ken. In ei­nem In­ter­view mit der dä­ni­schen Nach­rich­ten­agen­tur Ritzau be­klag­ten die im deut­schen Ber­le­burg le­ben­de Prin­zes­sin Be­ne­dik­te, 70, und die mit dem ehe­ma­li­gen grie­chi­schen Mon­ar­chen Kon­stan­tin ver­hei­ra­te­te Ex­kö­ni­gin Anne-Ma­rie, 68, dass Mar­g­re­the kein Mo­bil­te­le­fon be­sit­ze. Er­schwe­rend kom­me hin­zu, dass Mar­g­re­the nur sel­ten zum Fest­netz­te­le­fon grei­fe. »Sie ruft höchs­tens mal an, wenn sie ein ganz kon­kre­tes An­lie­gen hat«, sagt Anne-Ma­rie, und die­se Ge­sprä­che sei­en dann auch im­mer nur kurz. »Sie hat«, sagt Prin­zes­sin Be­ne­dik­te, »ein­fach kein Be­dürf­nis nach Small Talk wie wir an­de­ren.«

Schnäpp­chen­jäger

Der pa­läs­ti­nen­si­sche Fo­to­graf Bel­al Kha­led, 24, er­warb für nur 163 Euro ein Graf­fi­to des bri­ti­schen Künst­lers Bank­sy. Der Spray­er hat­te An­fang des Jah­res im Ga­za­strei­fen heim­lich auf Trüm­mer ge­sprüht, dar­un­ter das Bild »Bomb Da­ma­ge": Nio­be, eine trau­ern­de grie­chi­sche Göt­tin, auf der Tür ei­nes Hau­ses, von dem nur noch die Fun­da­men­te ste­hen. »Die Tür wäre als Alt­me­tall ein­ge­schmol­zen wor­den«, sagt Kha­led. »Dazu die is­rae­li­schen Bom­bar­de­ments - ich hat­te Angst, dass die­ses Kunst­werk zer­stört wird.« Als er es kauf­te, habe er dem Haus­be­sit­zer Ra­bie Dar­du­na er­klärt, dass es von ei­nem Künst­ler na­mens Bank­sy stam­me, aber Dar­du­na sei nur am Ver­kauf in­ter­es­siert ge­we­sen. Dar­du­na fühlt sich jetzt laut der Agen­tur Reu­ters be­tro­gen und for­dert die Tür zu­rück. Bank­sy-Bil­der sind schon für über eine hal­be Mil­li­on Euro ver­stei­gert wor­den. Fo­to­graf Kha­led will das Graf­fi­to in ei­ner Aus­stel­lung mit ei­ge­nen Bil­dern zei­gen, um die Le­bens­um­stän­de in Gaza dar­zu­stel­len.

»Zwei Gesichter«

Der Sohn des ko­lum­bia­ni­schen Dro­gen­ba­rons Pa­blo Es­co­bar, Se­bas­tián Mar­ro­quín, 38, hat ein Buch mit dem Ti­tel »Pa­blo Es­co­bar, mein Va­ter« ge­schrie­ben.

Priscilla Presley

69, eins­ti­ge Ehe­frau des King of Rock 'n' Roll, wird Eh­ren­gast sein bei der ers­ten Trau­ung in »El­vis Pres­ley­'s Gra­ce­land Wed­ding Cha­pel« von Las Ve­gas. Die Hoch­zeits­ka­pel­le ist Teil ei­ner neu­en Dau­er­aus­stel­lung zu Eh­ren von El­vis an his­to­ri­schem Ort: Im West­ga­te Las Ve­gas Re­sort & Ca­si­no - einst In­ter­na­tio­nal Ho­tel und dann Las Ve­gas Hil­ton - stand die Büh­ne, auf der El­vis in den Jah­ren 1969 bis 1976 Hun­der­te aus­ver­kauf­te Shows be­stritt. Pri­scil­la Pres­ley hat den Auf­tritt von El­vis-Dop­pel­gän­gern als Ze­re­mo­ni­en­meis­ter in der Ka­pel­le streng ver­bo­ten.

Michael Neumann

45, Ham­bur­ger In­nen­se­na­tor, ha­dert mit sei­nen Nach­barn. Über ein Jahr lang stand sein Fiat-Sport­wa­gen vor sei­nem Haus auf der Stra­ße - mit ei­ner 2013 ab­ge­lau­fe­nen TÜV-Pla­ket­te. Ein Knöll­chen klemm­te un­term Schei­ben­wi­scher. An­fang der Wo­che frag­te der SPIEGEL nach. Der Se­na­tor, der auch obers­ter Chef der Ham­bur­ger Po­li­zei ist, ent­fern­te das Auto so­fort, auf sei­ner Home­page schrieb er: »Scha­de«, dass die Nach­barn »lie­ber den SPIEGEL als mich an­spre­chen«. Aber er sei dank­bar, weil die­se »Af­fä­re« ihn dazu ge­bracht habe, sich um den Wa­gen zu küm­mern.

Phelim McAleer

48, in Ir­land ge­bo­re­ner Jour­na­list und Do­ku­men­tar­fil­mer, hat ein Thea­ter­stück über den Tod von Mi­cha­el Brown ge­schrie­ben. Der un­be­waff­ne­te jun­ge Schwar­ze war am 9. Au­gust 2014 in Fer­gu­son, Mis­sou­ri, von ei­nem wei­ßen Po­li­zis­ten er­schos­sen wor­den. Der Vor­fall führ­te zu schwe­ren Un­ru­hen in der Klein­stadt und zu lan­des­wei­ten Pro­tes­ten ge­gen den Ras­sis­mus der ame­ri­ka­ni­schen Po­li­zei. McA­leer ver­ar­bei­tet in sei­nem Text Zeu­gen­aus­sa­gen, die Auf­füh­rung wird als Ge­schwo­re­nen­sit­zung in­sze­niert und hat Ende April in Los An­ge­les Pre­mie­re.

Robin Williams

im ver­gan­ge­nen Jahr ver­stor­be­ner ame­ri­ka­ni­scher Schau­spie­ler, hat sein Recht am ei­ge­nen Bild der Wohl­tä­tig­keits­or­ga­ni­sa­ti­on Wind­fall Foun­da­ti­on ver­erbt. Wer ein Foto von ihm ver­wen­den will, muss sich das von der Stif­tung ge­neh­mi­gen las­sen. Dies gilt für die kom­men­den 25 Jah­re. Wil­li­ams wird also bis 2039 eher nicht als 3-D-Ho­lo­gramm in ei­ner Büh­nen­show auf­er­ste­hen. Und der Film »Mrs. Doubt­fi­re 2«, von dem ei­ni­ge Sze­nen be­reits exis­tie­ren, dürf­te auch nicht ohne Ge­neh­mi­gung mit­hil­fe von Com­pu­ter­ani­ma­ti­on voll­endet wer­den.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 16/2015.