Per­so­na­lien

Michelle Williams

Mi­chel­le Wil­li­ams, 31, US-ame­ri­ka­ni­sche Schau­spie­le­rin, hat von ih­rer Dar­stel­lung der Ma­ri­lyn Mon­roe im Ki­no­film »My Week with Ma­ri­lyn« pro­fi­tiert. Sie kön­ne jetzt viel gra­ziö­ser ge­hen, so Wil­li­ams. Mon­roe selbst habe sich be­wegt, als schwöm­me sie in Ho­nig. Um die­se ver­füh­re­ri­sche Ele­ganz nach­zu­ah­men, so Wil­li­ams, habe sie sich zum Üben die Knie zu­sam­men­ge­bun­den. Mit dem Er­geb­nis sei sie zwar zu­frie­den, aber ins­ge­samt hal­te sie sich im­mer noch für je­man­den, »der sehr viel schüch­ter­ner ist, als mir lieb ist«.

Zitat

»Es be­steht nicht nur eine Po­li­ti­ker­ver­dros­sen­heit sei­tens der Bür­ger, es herrscht wohl­mög­lich in ei­ni­gen Fäl­len ein­fach auch eine ,Bür­ger­ver­dros­sen­heit' sei­tens der Po­li­ti­ker.«

Li­kör­wer­bung in Lis­sa­bon

Angela Merkel

An­ge­la Mer­kel, 57, Bun­des­kanz­le­rin, wirbt der­zeit un­frei­wil­lig für Hoch­pro­zen­ti­ges. Die por­tu­gie­si­sche Tra­di­ti­ons­bren­ne­rei »Li­cor Beirão« zeigt eine Ka­ri­ka­tur der deut­schen Re­gie­rungs­che­fin in ei­ner An­zei­ge für Li­kör, dazu den Slo­gan »Lie­be An­ge­la, Por­tu­gal gibt sein Bes­tes«. Da­mit spielt die Wer­bung auf die An­stren­gun­gen des Lan­des an, die eu­ro­päi­schen Spar­vor­ga­ben zu er­fül­len. Auch das Kon­ter­fei des fran­zö­si­schen Staats­prä­si­den­ten Ni­co­las Sar­ko­zy muss für die Al­ko­hol­re­kla­me her­hal­ten. »Na­men wie An­ge­la Mer­kel und Ni­co­las Sar­ko­zy sind Teil des All­tags­le­bens je­des por­tu­gie­si­schen Bür­gers«, er­klärt die Mar­ke­ting­che­fin von Li­cor Beirão, Ana Bae­ta. Jetzt sei­en sie Teil ei­ner dop­pelt po­si­ti­ven Kam­pa­gne: »Wir be­wer­ben nicht nur un­se­ren Li­kör, son­dern auch den un­ter­neh­me­ri­schen Geist der Por­tu­gie­sen.«

Winfried Kretschmann

Win­fried Kret­sch­mann, 63, grü­ner Mi­nis­ter­prä­si­dent in Ba­den-Würt­tem­berg, trat bei sei­ner ers­ten Weih­nachts­fei­er im Amt phi­lo­so­phisch-op­ti­mis­tisch auf. Wäh­rend ei­ner be­sinn­li­chen Run­de mit den Mit­ar­bei­tern in der Vil­la Reit­zen­stein gab es zu Glüh­wein und Mu­sik Er­bau­li­ches von der po­li­ti­schen Muse des Re­gie­rungs­chefs, der jü­di­schen Phi­lo­so­phin Han­nah Arendt. Kret­sch­mann hat­te im Wahl­kampf und wäh­rend des Kon­flikts um das Bahn-Pro­jekt Stutt­gart 21 Mit­strei­ter und sich selbst wie­der­holt mit ei­nem Arendt-Spruch mo­ti­viert: »Wo, wenn nicht in der Po­li­tik, kön­nen Wun­der ge­sche­hen?« Bei der Fei­er las Kret­sch­mann jetzt aus dem Ori­gi­nal mit dem Ti­tel »Was ist Po­li­tik?« vor: »Wenn der Sinn von Po­li­tik Frei­heit ist, so heißt dies, dass wir in die­sem Raum - und in kei­nem an­de­ren - in der Tat das Recht ha­ben, Wun­der zu er­war­ten.«

Adam

Michael Adam

Mi­cha­el Adam, 27, frisch ge­wähl­ter Land­rat im nie­der­baye­ri­schen Land­kreis Re­gen, gilt als Vor­bo­te ei­nes Kul­tur- und Macht­wech­sels in Bay­ern. So­zi­al­de­mo­kra­tisch, evan­ge­lisch, schwul - Adam ver­kör­pert ei­nen im Stamm­land der CSU un­ge­wöhn­li­chen Po­li­ti­ker­ty­pus. Trotz des mas­si­ven Wahl­kampf­ein­sat­zes von Mi­nis­ter­prä­si­dent Horst See­ho­fer und Ver­brau­cher­mi­nis­te­rin Ilse Ai­gner stell­te der nun jüngs­te Land­rat Deutsch­lands den christ­so­zia­len Kon­kur­ren­ten ins Ab­seits. Shoo­ting­star Adam ist nach Selbst­ein­schät­zung we­der ein »Kampf­so­zi« noch ein »Wald-Wowi« ("Süd­deut­sche Zei­tung"), der »von Par­ty zu Par­ty springt«. Sein neu­er Job sei »har­te Ar­beit am Bür­ger, da geht nix nachts um eins mit der Dis­co-Tour«. Adams Le­bens­part­ner, der als Se­nio­ren­be­treu­er ar­bei­tet, habe als So­zi­al­päd­ago­ge zum Glück »vol­les Ver­ständ­nis, wenn ich nach Hau­se kom­me und erst mal sage, bit­te 30 Mi­nu­ten kein Ge­spräch«. Für sei­nen Freund be­deu­te die neue Si­tua­ti­on kei­ne gro­ße Um­stel­lung: »Ich war vor­her nie zu Hau­se, und jetzt ist es ge­nau­so.«

Klaus Ernst, Gesine Lötzsch

Klaus Ernst, 57, und Ge­si­ne Lötzsch, 50, glück­lo­se Vor­sit­zen­de der Par­tei Die Lin­ke, ha­dern mit der Dis­zi­plin­lo­sig­keit ei­ni­ger Ge­nos­sen. Bei der Aus­zäh­lung des Mit­glie­der­ent­scheids über das Grund­satz­pro­gramm der Par­tei tauch­ten am ver­gan­ge­nen Sonn­tag meh­re­re selbst­ge­bas­tel­te Stimm­zet­tel auf. So teil­te ein Ge­nos­se hand­schrift­lich auf ei­nem Blatt Pa­pier mit: »Hal­lo, mein Hund hat die Ab­stim­mungs­zet­tel ge­fres­sen. Ich stim­me mit Ja. Dan­ke.« Ein an­de­rer um­rahm­te die Na­men Os­kar und Sah­ra mit ei­nem Her­zen, dazu hin­ter­ließ er den Kom­men­tar: »Und des­halb: Nein!« Zwar stimm­ten fast 96 Pro­zent für das Pro­gramm, aber nicht mal die Hälf­te der Mit­glie­der be­tei­lig­te sich. Meh­re­re Pan­nen hat­ten das Ver­fah­ren be­glei­tet: So fehl­ten auf den Stimm­zet­teln die Mit­glieds­num­mern, vie­le Post­adres­sen er­wie­sen sich als falsch. Lötzsch hat­te des­halb schon vor der Aus­zäh­lung ge­klagt: »Wie wol­len wir den de­mo­kra­ti­schen So­zia­lis­mus ein­füh­ren, wenn wir nicht mal die rich­ti­gen Adres­sen ha­ben?«

Stephen Hawking

Ste­phen Haw­king, 69, bri­ti­scher As­tro­phy­si­ker und Best­sel­ler-Au­tor, be­kommt zum be­vor­ste­hen­den 70. Ge­burts­tag jede Men­ge Fra­gen ge­stellt. Das für Nor­mal­sterb­li­che an­stren­gen­de Ge­schenk ha­ben Re­dak­teu­re von BBC Ra­dio 4 er­son­nen: Sie for­der­ten die Hö­rer auf, mit­zu­tei­len, was sie schon im­mer von dem Ge­nie wis­sen woll­ten. An­läss­lich des Ge­burts­tags am 8. Ja­nu­ar sen­det BBC nun eine Se­rie zu Eh­ren des »be­rühm­tes­ten le­ben­den Cam­bridge-Wis­sen­schaft­lers«, in de­ren Ver­lauf Haw­kings Ant­wor­ten über den Äther ge­hen. Vie­le Zu­hö­rer wol­len et­was über Haw­kings Fach­ge­biet wis­sen: »Wo­her kom­men we­sent­li­che Be­stand­tei­le des Ur­knalls?« An­de­re in­ter­es­sie­ren sich mehr für prak­ti­sche As­pek­te des täg­li­chen Le­bens: »Wür­den Sie für mich mei­ne Prü­fun­gen ab­le­gen?« Ein fünf­jäh­ri­ges Mäd­chen wird grund­sätz­lich: »War­um gibt es Fra­gen?«

Sarah Palin

Sa­rah Pa­lin, 47, ame­ri­ka­ni­sche Po­li­ti­ke­rin und er­folgs­ge­wohn­te Selbst­dar­stel­le­rin, ver­liert an Strahl­kraft. Pa­lin, die mit ih­ren Me­moi­ren ein Ver­mö­gen ver­dient hat, fin­det für ihre neu­es­te Idee zum The­ma Ei­gen­mar­ke­ting kei­nen Ab­neh­mer. Nach­dem im ver­gan­ge­nen Jahr eine neun­tei­li­ge Do­ku­men­ta­ti­ons­rei­he über »Sa­rah Pa­lins Alas­ka« ge­lau­fen war, für die pro Fol­ge eine Mil­li­on Dol­lar ge­flos­sen sein soll, will die Re­pu­bli­ka­ne­rin nun ih­ren Ehe­mann groß raus­brin­gen. Sie bie­tet eine TV-Se­rie über Todd Pa­lins Le­ben als Schnee­mo­bil­renn­fah­rer an. Ver­ge­bens, wie der »Hol­ly­wood Re­por­ter« zu be­rich­ten weiß. Den Preis, den sie for­dert, möch­te bis­her nie­mand zah­len.

Bendt­ner

Nicklas Bendtner

Nick­las Bendt­ner, 23, dä­ni­scher Fuß­ball­star und Pro­fi in der eng­li­schen Pre­mier Le­ague, muss­te in der Weih­nachts­zeit bet­teln ge­hen. Nach ei­ner Mahl­zeit in ei­ner Ko­pen­ha­ge­ner Piz­ze­ria hat­te der gut­ver­die­nen­de Stür­mer für sich und sei­ne Be­glei­te­rin zah­len wol­len, doch sei­ne Kre­dit­kar­te funk­tio­nier­te nicht; Bar­geld hat­te der Jung­mil­lio­när nicht da­bei. Also ver­lang­te er vom Wirt, er sol­le ihm die Rech­nung doch ein­fach er­las­sen. Als der nicht mit­spie­len woll­te, sei der dä­ni­sche Na­tio­nal­spie­ler »to­tal ar­ro­gant« ge­wor­den, so der Piz­za­bä­cker im »Ek­s­tra Bla­det": »Er pö­bel­te rum und rief: Wisst ihr denn nicht, wer ich bin? Ich könn­te eure gan­ze Piz­ze­ria kau­fen.« Doch es half al­les nichts - Bendt­ner muss­te die an­de­ren Gäs­te im Re­stau­rant klein­laut um Geld bit­ten, da­mit die 120-Kro­nen-Rech­nung (etwa 16 Euro) be­gli­chen wer­den konn­te. Weib­li­che Fans er­barm­ten sich schließ­lich und ga­ben ihm das Geld.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 52/2011.