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FO­TO­GRA­FEN

Die Bühne der Weimarer Republik

Von 1926 bis 1933 fotografierte Leo Rosenthal in den Gerichtssälen Berlins. Seine Bilder zeigen große und kleine Verbrecher, Anwälte und Richter, Zeugen und Zuschauer. Sie dokumentieren das Leben einer entfesselten Stadt.
Von Ferdinand von Schirach

Zeu­ge Hit­ler im „Eden­pa­last“-Pro­zess 1931

Wände und Bän­ke sind aus dunk­lem Holz. Un­ter dem Re­gen­man­tel ein hell­blau­es Hemd. Es steht of­fen. Gut­ge­schnit­te­ner Kopf, wei­ße Haa­re und dunk­le Au­gen­brau­en, hell­graue Bart­stop­peln, die Arme über der Brust ver­schränkt. Do­mi­ni­que Strauss-Kahn war­tet auf sei­nen Rich­ter. Das Foto ist al­les: An­kla­ge, Schuld­ge­ständ­nis, Ver­ur­tei­lung. Er wird wohl nie wie­der ein ho­hes öf­fent­li­ches Amt be­klei­den kön­nen. Die Ka­me­ra ist der mo­der­ne Pran­ger: Sie lich­tet ab, und sie rich­tet.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 33/2011.