Gemeinsam gegen Merkel

Stein­mei­er, Kü­n­ast, Trit­tin

SPD und Grü­ne be­trach­ten den vom Ka­bi­nett be­schlos­se­nen Ge­setz­ent­wurf zu den ge­plan­ten Hartz-IV-Re­for­men als Dis­kus­si­ons­grund­la­ge. In ei­nem zwei­sei­ti­gen Brief an Bun­des­kanz­le­rin An­ge­la Mer­kel, den SPD-Bun­des­tags­frak­ti­ons­chef Frank-Wal­ter Stein­mei­er, der rhein­land-pfäl­zi­sche Mi­nis­ter­prä­si­dent Kurt Beck (SPD) so­wie die Grü­nen-Frak­ti­ons­vor­sit­zen­den im Bun­des­tag, Re­na­te Kü­n­ast und Jür­gen Trit­tin, un­ter­schrie­ben ha­ben, bie­ten sie ge­mein­sa­me Ge­sprä­che an - ver­bun­den mit der For­de­rung nach deut­li­chen Ände­run­gen am Ge­setz­ent­wurf. So kön­ne der neue Hartz-IV-Re­gel­satz erst fest­ge­legt wer­den, heißt es in dem Schrei­ben, wenn die Vor­ga­ben des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts nach ei­nem schlüs­si­gen und trans­pa­ren­ten Be­rech­nungs­ver­fah­ren er­füllt sei­en. Ver­klau­su­liert for­dern sie die Ein­füh­rung von Min­dest­löh­nen, da die »Be­mes­sung der Re­gel­leis­tun­gen auch im Zu­sam­men­hang mit ei­nem funk­tio­nie­ren­den Ar­beits­markt, auf dem exis­tenz­si­chern­de Löh­ne und Ge­häl­ter ge­zahlt wer­den, ge­se­hen wer­den« müs­se. Auch das vor­ge­leg­te Bil­dungs­pa­ket für Hartz-IV-Kin­der reicht SPD und Grü­nen nicht aus. Viel­mehr müss­ten auch Kin­der aus Fa­mi­li­en mit nied­ri­gem oder durch­schnitt­li­chem Ein­kom­men »ei­nen An­spruch auf bes­se­re Bil­dungs- und Teil­ha­be­chan­cen durch den Aus­bau ei­ner sinn­vol­len In­fra­struk­tur er­hal­ten«. Zu­dem ver­langt die Op­po­si­ti­on ei­nen Aus­bau der Ar­beits­för­de­rung für Ar­beits­lo­se. Nach dem Ur­teil des Ver­fas­sungs­ge­richts müs­sen die Hartz-IV-Re­for­men bis zum 1. Ja­nu­ar 2011 in Kraft tre­ten, da­bei ist die Re­gie­rung auf die Zu­stim­mung der SPD-Län­der im Bun­des­rat an­ge­wie­sen. Um den Ter­min hal­ten zu kön­nen, bie­ten Stein­mei­er, Beck, Kü­n­ast und Trit­tin der Kanz­le­rin »er­geb­nis­of­fe­ne Ge­sprä­che« an. Der Ge­setz­ent­wurf der Re­gie­rung blei­be je­doch »in zen­tra­len Punk­ten hin­ter den von der SPD und Bünd­nis­90/​Die Grü­nen als not­wen­dig er­ach­te­ten Re­ge­lun­gen zu­rück«.

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