Reine Menschen, reine Luft

EINSPRUCH Ferdinand von Schirach über Raucher und Nichtraucher

Ich ver­ste­he es nicht, wie je­mand nicht rau­chen kann - er bringt sich doch, so­zu­sa­gen, um des Le­bens bes­tes Teil und je­den­falls um ein ganz emi­nen­tes Ver­gnü­gen! Wenn ich auf­wa­che, so freue ich mich, daß ich tags­über wer­de rau­chen dür­fen, und wenn ich esse, so freue ich mich wie­der dar­auf, ja ich kann sa­gen, daß ich ei­gent­lich bloß esse, um rau­chen zu kön­nen, wenn ich da­mit na­tür­lich auch et­was über­trei­be. Aber ein Tag ohne Ta­bak, das wäre für mich der Gip­fel der Schal­heit, ein voll­stän­dig öder und reiz­lo­ser Tag, und wenn ich mir mor­gens sa­gen müß­te: heut gib­t's nichts zu rau­chen - ich glau­be, ich fän­de den Mut gar nicht, auf­zu­ste­hen, wahr­haf­tig, ich blie­be lie­gen.

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 31/2010.