Neue deutsche Männer

ESSAY Die Nationalelf war bei der WM Botschafter eines anderen, jungen Landes. Von Alexander Osang

Vor zwei Wo­chen stieg ich kurz vor Mit­ter­nacht in Dur­ban, wo Deutsch­land spä­ter ge­gen Spa­ni­en ver­lor, zu zwei wei­ßen Män­nern und ei­ner schwar­zen Frau in ei­nen Ho­tel­fahr­stuhl. Die bei­den Män­ner tru­gen Eng­land­tri­kots, die Frau war nur spär­lich be­klei­det. Es war ein lan­ger Fuß­ball­tag ge­we­sen, und die Eng­län­der hat­ten of­fen­bar ziem­lich zei­tig mit Bier an­ge­fan­gen. Ich hat­te im wun­der­schö­nen Sta­di­on in Dur­ban ge­se­hen, wie Hol­land die Slo­wa­kei nie­der­rang, spä­ter im Fan­park am Meer, wie Bra­si­li­en Chi­le be­sieg­te, und woll­te ins Bett. Die Grup­pe im Fahr­stuhl konn­te sich nicht ent­schei­den, ob sie aus­stei­gen oder blei­ben soll­te. Schließ­lich sprang ei­ner der Män­ner aus der Ka­bi­ne, zog die Frau hin­ter sich her, und ich fuhr mit dem an­de­ren Mann nach oben. Er schwank­te be­denk­lich und kipp­te zwi­schen der zwei­ten und drit­ten Eta­ge auf sei­nen Ruck­sack.

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