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ES­SAY

Die Kunst des Weglassens

Warum das iPad die Zukunft des Lesens ist

Und wie der Rausch­gift­süch­ti­ge, der kei­nen Schritt tut, ohne ein aus­rei­chen­des Quan­tum der töd­li­chen Sub­stanz mit­zu­neh­men, wage auch ich mich nie­mals weit fort, ohne mich mit ei­nem er­heb­li­chen Vor­rat an Le­se­stoff ein­zu­de­cken.“ So schrieb es So­mer­set Maug­ham in sei­ner Ge­schich­te von Oli­ve Har­dy, und er fuhr fort: „Aber wenn ich eine gro­ße Rei­se vor­ha­be, nimmt das Pro­blem er­schre­cken­de Di­men­sio­nen an. Seit je­ner Zeit habe ich es mir zum Prin­zip ge­macht, mit dem größ­ten im Han­del er­hält­li­chen Wä­sche­sack zu rei­sen und ihn bis zum Rand mit Bü­chern für jede Ge­le­gen­heit und jede Stim­mung zu fül­len. Er ist zent­ner­schwer, und selbst star­ke Trä­ger stöh­nen un­ter sei­nem Ge­wicht. Zoll­be­am­te bli­cken ihn miss­trau­isch an, wei­chen aber kon­ster­niert zu­rück, wenn ich ih­nen mein Wort gebe, dass er nichts als Bü­cher ent­hal­te. Ein sol­cher Sack hat bloß den Nach­teil, dass das Werk, das man ha­ben möch­te, ge­wöhn­lich ganz un­ten liegt und un­mög­lich zu er­rei­chen ist, ohne dass der ge­sam­te In­halt auf dem Bo­den aus­ge­leert wird. Doch gäbe es die­sen Um­stand nicht, hät­te ich viel­leicht nie­mals die ei­gen­tüm­li­che Ge­schich­te von Oli­ve Har­dy er­fah­ren.“

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Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Ausgabe 15/2010.