Ersehnte Aussprache

C. Bernd Suchers berührendes Erinnerungsbuch Mamsi und ich erzählt vom Leben mit einer Mutter, die als junges Mädchen ins Konzentrationslager verschleppt wurde.
Von Wolfgang Höbel

ES HAND­LE SICH um »die Ge­schich­te ei­ner Be­frei­ung«, ver­kün­det der Au­tor im Un­ter­ti­tel die­ses Buchs, das eine au­ßer­ge­wöhn­li­che und mit Un­glück be­las­te­te Fa­mi­li­en­ge­schich­te er­zählt. Mar­got Art­mann, die Mut­ter des Au­tors, wur­de als 17-jäh­ri­ges jü­di­sches Mäd­chen im Mai 1942 aus Leip­zig ins Kon­zen­tra­ti­ons­la­ger Bel­zec de­por­tiert. Sie wur­de von SS-Män­nern ver­ge­wal­tigt und von Auf­se­he­rin­nen miss­han­delt und aus­ge­peitscht. Mit der Hil­fe ei­ner jun­gen Po­lin, die die zur Feld­ar­beit ge­zwun­ge­nen Mäd­chen und Frau­en aus dem KZ be­wach­te, konn­te Mar­got Art­mann nach ei­ni­gen Mo­na­ten flie­hen. Sie wur­de auf ei­nem pol­ni­schen Gut ver­steckt und schaff­te es, mit ge­fälsch­ten Pa­pie­ren noch kurz vor der Be­frei­ung Deutsch­lands durch die Al­li­ier­ten nach Leip­zig zu­rück­zu­keh­ren. 1946 hei­ra­te­te sie in Bit­ter­feld ei­nen pro­tes­tan­ti­schen Hand­wer­ker­sohn.

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